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Freund zurückgelassen: 21-Jähriger wegen Totschlags angeklagt

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Der Angeklagte Alexander S. sitzt im Gerichtssaal des Landgerichts in Regensburg hinter einem Polizeibeamten.

Regensburg/Kelheim - Erst hatte er ihn zusammengschlagen und dann am Ufer liegenlassen - sein Opfer fiel betrunken in einen Kanal und ertrank. Deshalb muss siche ein heute 21-Jähriger vor Gericht verantworten.

Ein junger Mann ertrank vor zwei Jahren nach einer Schlägerei im Main-Donau-Kanal nahe Kelheim - seit Montag muss sich nun ein 21-Jähriger vor der Jugendkammer des Landgerichts Regensburg verantworten. Er soll ihn im Januar 2009 zusammengeschlagen und anschließend allein am Ufer zurückgelassen haben. Der Angeklagte wollte sich beim Prozessauftakt zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Anklage lautet auf vorsätzliche Körperverletzung und Totschlag durch Unterlassen.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft kam es zwischen den beiden jungen Männern zum Streit, der in einer Schlägerei endete. Der später Ertrunkene soll stark betrunken gewesen sein. Der Angeklagte habe den Mann durch eine Hecke gestoßen, die den Gehweg vom Kanal trenne, heißt es in der Anklageschrift. An der Uferböschung habe der heute 21-Jährige mit den Fäusten auf den Kopf des anderen eingeschlagen, wobei dieser schwer verletzt worden sei. Wegen der Schläge und seines Alkoholkonsums sei das Opfer “zumindest benommen“ gewesen. Der Angeklagte soll sich nicht weiter um den Verletzten gekümmert haben und in die Kelheimer Innenstadt verschwunden sein.

Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass der Zurückgelassene wegen seines benommenen Zustands in den Main-Donau-Kanal gefallen ist - möglicherweise auch wegen der vereisten Uferböschung. Der mutmaßliche Täter habe zumindest billigend in Kauf genommen, dass so etwas passiert. Der Angeklagte hätte dies verhindern können, wenn er sich um den Verletzten gekümmert und ihn vor allem aus der Gefahrenzone gebracht hätte, wie Staatsanwältin Manuela Kopernik sagte. Der Tote wurde im März 2009 im Main-Donau-Kanal gefunden.

Am Montag wurde außerdem ein zweiter Fall verhandelt, in den der 21-Jährige verwickelt sein soll. Er und ein heute 22-Jähriger sollen im April 2010 einen Brandanschlag auf einen Kelheimer Dönerladen verübt haben. Es werde kein rechtsextremistischer Hintergrund vermutet, sagte Staatsanwältin Kopernik am Rande der Verhandlung. Die zwei jungen Männer legten über ihre Verteidiger ein Geständnis ab. Kurz vor der Tat hätten sie viel Alkohol getrunken. Einem weiteren 22-Jährigen wird Beihilfe zu der schweren Brandstiftung vorgeworfen. Er soll geholfen haben, Molotowcocktails zu basteln.

dpa

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