Frühstücken mit Joachim Gauck

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"Von dem Wettkampf weiß ich gar nichts mehr": Katharina Bauer holte sich vor drei Wochen den Junioren-Europameistertitel im Bogenschießen.

Raubling/London - Vor drei Tagen hat sich Katharina Bauer von Raubling aus auf die Reise zu den Olympischen Spielen nach London gemacht. Jedoch nicht als Athletin:

Die amtierende Junioren-Europameisterin im Bogenschießen ist nicht als Athletin dabei, sondern als eine olympische Botschafterin. Die 16-Jährige vertritt Deutschland als eine von 60 Nachwuchssportlern beim olympischen Jugendlager.

Vor drei Wochen feierte Katharina Bauer den größten Erfolg ihrer noch jungen Sportlerkarriere. Bei der Junioren-Europameisterschaft der Bogenschützen in Nyköbing in Dänemark holte sie sich den EM-Titel. "Ich konnte es kaum glauben, als ich gewonnen hatte", sagt die 16-Jährige, die für die Bogensportgemeinschaft Raubling zielt. Die Freude war riesengroß, auch in Raubling, wo man ihr einen triumphalen Empfang bereitete.

Dass sie jetzt zu den Olympischen Spielen nach London fahren darf, hat mit dem EM-Sieg aber nichts zu tun. Als eine von 60 deutschen Nachwuchssportlern wurde sie zum olympischen Jugendlager eingeladen. Damit zählt sie zum erweiterten Kreis der deutschen Olympia-Delegation und reist quasi in offizieller Mission.

Beworben für das Jugendlager hatte sie sich bereits im Januar, auf den Tipp ihres Trainers hin. Im Juni schließlich war sie für ein zweitägiges Vorbereitungstreffen in die Sportschule nach Frankfurt eingeladen. "Eigentlich wollte ich schon absagen", erzählt Katharina. "Ich hab mir gedacht, da sind 59 andere, die du noch nie gesehen hast." Dann fuhr sie doch und hat ihren Entschluss nicht bereut, ganz im Gegenteil: "Man kam ganz schnell in Kontakt miteinander ", erzählt sie: "Nach drei Stunden war es so, als würden wir uns seit Jahren kennen." Die Nachwuchsathleten teilen die gleichen Erfahrungen: Sie alle kennen die Schwierigkeiten, Schule und Sport unter einen Hut zu bekommen oder wie es ist, wieder einmal eine Party ausfallen zu lassen, weil am Wochenende ein Training, ein Lehrgang oder ein Wettkampf ansteht. "Sportler-Probleme halt", meint Katharina, die gerade die zehnte Klasse am Gymnasium Raubling abgeschlossen hat.

Begonnen hat ihre Karriere 2005 mit dem Raublinger Ferienprogramm. Bei einer Schnupperstunde der Bogensportgemeinschaft hielt sie zum ersten Mal einen Bogen in der Hand. Seitdem hat sie der Sport nicht mehr losgelassen. 2010 wurde sie in den C-Nationalkader aufgenommen. "Mir gefällt am Bogenschießen, dass man sofort das Ergebnis sieht", sagt Katharina. Die Konzentration sei entscheidend: "Ich habe mittlerweile gelernt, mich in einem Wettkampf voll zu fokussieren. Von dem Finale in Dänemark beispielsweise weiß ich gar nichts mehr."

Konzentration ist das eine, körperliche Fitness das andere. "Bei jedem Schuss ziehe ich mit meinen Fingern 18 Kilogramm. Das ist auf Dauer anstrengend. Bei der EM habe ich in wenigen Tagen 500 Schüsse abgegeben", erzählt sie. Neben dem Schießtraining stehen deshalb auch Konditions- und Krafttraining auf dem Wochenplan.

In London erwartet die junge Raublingerin ein vielfältiges Programm. Ein Empfang beim deutschen Botschafter, ein Frühstück mit Bundespräsident Joachim Gauck auf der MS Deutschland, die als Hotelschiff in der Themse ankert - das sind nur zwei der Termine. Katharina wird bei Wettkämpfen hautnah dabei sein, Workshops besuchen und selbst organisieren und an Begegnungen mit britischen Jugendlichen teilnehmen. Untergebracht sind die Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 19 auf dem Campus der Universität Kent in Canterbury, rund eine Stunde von London entfernt.

Der große Traum: Rio 2016

Beim Jugendlager stehe die olympische Idee im Vordergrund, heißt es beim Veranstalter, der deutschen Sportjugend. Bei Katharina muss man die Olympia-Leidenschaft nicht mehr entfachen - die ist längst da: "2016 will ich unbedingt nach Rio, dann aber als Athletin", verrät die zielstrebige 16-Jährige. "Olympia ist mein großer Traum, seit ich den Sport leistungsmäßig betreibe." Ihr Plan ist klar: In London will sie sich die Sache anschauen und 2016 in Brasilien selbst auf der Schießbahn stehen: "Ich werde alles geben, dass ich in Rio dabei sein kann."

red/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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