Andrea Eder aus Garching an der Alz

Frau, 19, Lokführerin: Mancher hat "dumm geschaut"

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Andrea Eder fotografiert sich gerne am Arbeitsplatz. Auf ihrem Instagram-Kanal finden sich auch tolle Motive von der Strecke. 
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Garching an der Alz - Wenn Sie mit der Südostbayernbahn nach Rosenheim, Landshut oder in den Chiemgau fahren, kann es gut sein, dass im Führerstand diese junge Frau den Zug lenkt: Andrea Eder. 

Einige ihrer Freunde hätten erst schon "dumm geschaut", als sie von ihrer Ausbildung erzählte, und auch die Arbeitskollegen bei der Deutschen Bahn hätten zunächst "große Augen gemacht in den ersten Tagen". Mittlerweile haben sich die Kollegen aber an die junge Frau gewöhnt. 

Nur die Bahnreisenden halten Andrea Eder meist noch für eine Zugbegleiterin, sie werde "ganz automatisch so eingestuft". Das ist aber auch ein Ansporn für sie: "Ich will den Männern schon beweisen, dass Frauen so etwas auch können." 

Im Jahr 2014 hat Andrea, die ursprünglich aus Ampfing kommt, ihre Ausbildung angefangen. Mittlerweile hat sie diese erfolgreich abgeschlossen und darf alleine im Führerstand sitzen. Nun fährt sie im Personenverkehr der Südostbayernbahn als Triebfahrzeugführerin, wie ihr Beruf offiziell heißt. 

Andrea entspricht nicht den Klischees

Eine junge Frau, die wirklich nicht den gängigen Klischees eines Lokführers entspricht! Eine Modelleisenbahn hatte sie nie und im Kindergarten war ihr Berufswunsch auch alles andere als Lokführerin. "Ich habe eigentlich nie im Leben gedacht, mal bei der Deutschen Bahn zu arbeiten", erklärt Andrea im Gespräch mit innsalzach24.de lachend. Erst ein Praktikum bei der DB, vermittelt von einem Verwandten, brachte die 19-Jährige auf die Idee. "Ich durfte mal einen Tag bei einem Lokführer mitfahren. Das war eigentlich außer Plan, aber da hat mich die Neugier auf diesen Beruf voll gepackt!"

Nach München darf sie erst ab 20 fahren 

Mit 300 km/h im ICE durch Deutschland zu rauschen, ist aber nicht Andreas nächstes großes Berufsziel. Eher kann sie sich vorstellen, selbst Ausbilderin und Fahrtrainerin zu werden. Wenn sie das 20. Lebensjahr erreicht hat, wird sie auch nach München und Passau fahren dürfen. Die mehrgleisige Hauptstrecke in die Landeshauptstadt ist für Fahranfänger noch tabu, ebenso wie die anspruchsvolle und mehrstündige Strecke nach Niederbayern.

Der Beruf des Lokführers sei halt mehr, als nur einen Hebel vor und zurück zu schieben. Man müsse sehr viel beachten, etwa die Triebfahrzeuge vorbereiten, bei Störungen richtig handeln und vor allem auch ständig mit dem Fahrdienstleiter kommunizieren. "Mich fasziniert die große Verantwortung, die ich da habe!", erklärt die Lokführerin mit authentischer Leidenschaft. 

Fotos auf den Lieblingsstrecken

Andrea Eder fährt momentan die südostbayerischen Strecken nach Rosenheim, Simbach, Burghausen, Landshut oder Trostberg. Besonders angetan hat es ihr allerdings die Strecke von Traunreut über Traunstein nach Freilassing. "Dort hereinzufahren, mit Blick auf die Berge und die Täler, ist einfach herrlich", schwärmt sie. 

Wenn Andrea Beifahrerin im Führerstand ist oder der Zug mal steht, greift sie dann auch gerne zum Smartphone und fotografiert fast schon romantische Bahnmotive: "Wenn die Sonne morgens auf den Schienen glänzt, diesen Augenblick möchte ich dann einfach festhalten. Es ist halt ein so schöner Beginn in den Tag. Das berührt und inspiriert mich."

Einige Bilder hat sie auf ihrem Instagram-Kanal veröffentlicht - so wurde unsere Redaktion auch auf die junge Lokführerin aufmerksam. 

#ruhpolding #elektrik #BR426

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schönen Feierabend euch allen bzw schönen abend euch allen noch

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#waging #BR628 #schnee #kalt #nebenbahn #pfeifaWiaDeNarrischn

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Quelle: innsalzach24.de

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