Die Blechlawine stoppen

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Zuviel Blech auf dem Ludwigsplatz. Zudem staut sich der Verkehr zurück, sobald ein Senkrechtparker ein- oder ausfährt.

Rosenheim - Über den neu gestalteten Ludwigsplatz sollen möglichst wenige Autos rollen, damit der Flair des Platzes voll zur Geltung kommt. Zwar hat der motorisierte Verkehr schon abgenommen, doch noch nicht im gewollten Umfang.

Detaillierte Zählungen sollen zu Erkenntnissen verhelfen, ob und wie der Verkehrsstrom zu drosseln ist.

16.800 Fahrzeuge fuhren nach einer Erhebung aus dem Jahr 2002 vor dem Umbau täglich über den Ludwigsplatz. Heute sind es immer noch 14.300, zuviel aus Sicht der Stadtverwaltung und des Stadtrats.

Verkehrsknotenpunkt Ludwigsplatz

Verkehrsknotenpunkt Ludwigsplatz

Derzeit wird die Wegweisung überarbeitet, die den Weg über die Schönfeld- und Ellmaierstraße, nicht aber über den Ludwigsplatz anzeigen soll. Verkehrsplaner Jürgern Stintzing räumte im Verkehrsausschuss ein, dies sei nur ein kleiner Teil der Problemlösung. Viele würden ohnehin nach alter Gewohnheit fahren, Ortsfremde nach dem, was das Navigationsgerät vorschlägt. Ein Durchfahrverbot für Lkw wäre aus seiner Sicht eine rein symbolisch Maßnahme: "Die Polizei kann das doch gar nicht kontrollieren."

Eine Änderung der Ampelsteuerung an den Knoten Innstraße/Schönfeldstraße und Kaiserstraße/Ellmaierstraße könnte die Route über den Ludwigsplatz unattraktiver machen. Allerdings ist der Kurvenradius an der Inn-/Schönfeldstraße so eng, dass zwei große Lastwagen sich beim Abbiegen aus verschiedenen Richtungen nicht begegnen dürfen. Ampelschaltungen, die darauf Rücksicht nehmen, würden zwar den Ludwigsplatz entlasten. Die Erreicharkeit der Innstraße zwischen Ludwigsplatz und Schönfeldstraße würde sich jedoch massiv verschlechtern. Das möchte man den Geschäften, die schon unter dem Ausbau der Innstraße extrem gelitten haben, nicht antun.

Auch für den Knoten Kaiserstraße/Ellmaierstraße/Frühlingstraße bietet sich keine einfache Lösung an. Der Bau von Linksabbiegerspuren in der Kaiserstraße zwischen Am Salzstadel und Ellmaierstraße ist wegen der engen Bebauung nicht möglich. Nur die Ampeln anders zu schalten, führt nach Einschätzung der Experten gleichfalls nicht zu einer Entspannung der Situation. Aus Sicht des Verkehrsplaners ist eine Verbesserung nur durch einen zumindest teilweisen Umbau des Knotens Kaiserstraße/Ellmaierstraße/Frühlingstraße zu erreichen. Das Bauamt wird dafür verschiedene Vorschläge ausarbeiten und dem Verkehrsausschuss vorlegen. Ein Umbau könnte im Jahr 2012 erfolgen, wenn ohnehin die Fahrbahn in der Kaiserstraße erneuert wird.

Zudem sollen Verkehrszählungen Aufschluss darüber geben, welchen Weg genau die Autos nehmen, die den Ludwigsplatz überqueren. Bisher weiß man nur soviel: Etwa die Hälfte der 14300 Fahrzeuge fährt über die Königstraße, die andere Hälfte über die Innstraße.

Von einer zeitlichen Durchfahrtsbeschränkung für Lkw tagsüber auf dem Ludwigsplatz, wie vom CSU-Fraktionsvorsitzenden Herbert Borrmann vorgeschlagen, verspricht sich Manfred Orgler keine Verbesserung. Der Leiter des Amtes für Verkehrswesens kommentierte: "Machen kann man alles, aber an der Sache ändert das nichts." Auch ein solches Durchfahrtsverbot werde von der Polizei nicht kontrolliert, und ohne Kontrolle sei alles nicht wirksam.

Der Vorschlag von Grünen-Stadtrat Peter Rutz, auf Parkplätze ganz zu verzichten, stieße nicht auf Zustimmung. Allerdings fände Borrmann es günstiger, wenn die Parkplätze nicht senkrecht, sondern schräg angelegt würden. Dann, so meinte er, würde nicht jeder Rangiervorgang den ganzen Verkehr aufhalten.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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