Rosenheim ging gegen NPD auf die Straße

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Rosenheim - Kurzfristig haben NPD-Aktivisten eine geplante Kundgebung am Salzstadel abgesagt. Die Gegenkundgebung fand trotzdem statt! **NEU: FOTOS**

UPDATE 16.15 Uhr

Die NPD hat der Polizei mitgeteilt, warum sie nicht in Rosenheim erschienen ist. Die Partei hat eine Autopanne zwischen München und Rosenheim als Grund angegeben, sagte der Rosenheimer Polizeichef Dr. Walter Buggisch gegenüber Radio Charivari. Der Polizei ist nicht bekannt, ob diese Schilderung den Tatsachen entspricht.

UPDATE 15.35 Uhr

Ingrid Meindl-Winkler von der Gewerkschaft ver.di hielt am Salzstadel eine kurze Ansprache. Von ihr erst erfuhren die meisten Gegendemonstranten, dass die NPD gar nicht kommen wird.

Am Vormittag war der Wahlkampftruck der Rechtsextremen noch in München gewesen. Kurzfristig hatte die NPD dann per Fax bei der Stadt Rosenheim abgesagt. Die Polizei hatte schon Absperrgitter aufgebaut und entsprechende Vorbereitungen getroffen. Ob dieses Manöver von langer Hand von der Partei geplant war, ist unklar.

Meindl-Winkler betonte, dass man sich in der Stadt weiter gegen Rechtextremismus und die NPD einsetzen werde und dankte allen Beteiligten für die schnelle Mobilisierung.

Tatsächlich war es eine bunte Mischung aus Vereinen, Gewerkschaften, Verbänden und Parteien, die sich gegen die braunen Kameraden zusammengefunden hatte.

Nach rund zwanzig Minuten wurde die Versammlung dann aufgelöst und Rosenheim konnte sich wieder auf den Herbstfest-Alltag einlassen!

Fotos von der Gegenkundgebung:

Gegenkundgebung am Salzstadel

UPDATE: 15.05 Uhr

Die geplante Kundgebung der NPD ist heute Nachmittag kurzfristig abgesagt worden.Per Fax hat die Rosenheimer Stadtverwaltung eine entsprechende Mitteilung darüber erhalten.

Die Gegenkundgebung findet jedoch trotzdem statt. Daran beteiligen sich aktuell rund 150 Personen, überwiegend aus der Stadt Rosenheim sowie aus den umliegenden Landkreisgemeinden.

UPDATE: 13.05 Uhr

Die Polizei sieht sich für die Kundgebung der rechtsextremen NPD und auch für die Gegenkundgebung am Salzstadel gut gewappnet. Polizeichef Dr. Walter Buggisch erklärte gegenüber Radio Charivari, man sei mit ausreichend Personal vor Ort. Man werde beide Kundgebung, so weit wie möglich, voneinander trennen. Dazu werden auch Sperrgitter aufgestellt!

Zudem könne es zu Verkehrsbehinderungen kommen, da im Bereich um den Salzstadel der Verkehr umgeleitet wird. Wie berichtet beginnt die Kundgebung der NPD um 15 Uhr, die vom DGB angemeldete Gegenkundgebung startet bereits um 14 Uhr.

Wie in der Facebook-Gruppe "NPD Propaganda stören" zu lesen ist, traten in München am Vormittag auch der NPD-Bundesvorsitzender Holger Apfel und der bayerische Landesvorsitzende Karl Richter auf. Unklar ist derzeit, ob sie auch nach Rosenheim fahren werden.

Alles spielt sich am Salzstadel ab:

Christian Schwalm, Sprecher der Stadt Rosenheim, sagte auf telefonische Anfrage von rosenheim24, dass es Sinn mache, wenn alles auf einem Platz vereint sei. Auch aus Sicherheitsperspektive sei es besser, als wenn die Veranstaltungen nicht in der ganzen Innenstadt verteilt seien. Es wird ein parteiübergreifender Gegenprotest erwartet.  

Ursprünglich war die Rede davon, dass die Gegenkundgebung auf dem Max-Josef-Platz stattfinden soll. Dort wird es nun aber keine Reden geben, sondern lediglich Infostände von einige Vereinen und Parteien

Die NPD will am Mittwochnachmittag mit ihrem Truck, dem sogenannten "“Flaggschiff Deutschland”, Halt machen in Rosenheim und um Wählerstimmen buhlen. Unter dem Motto ""Asylflut und Eurowahn stoppen - NPD in den Bundestag" wird sie am Salzstadel auftreten. Die Kundgebung wurde zwischen 15 bis 19 Uhr angemeldet.

Erfahrungen in anderen Städten:

In Neu-Ulm verhinderten zuletzt Gegendemonstranten eine ähnliche Wahlkampfveranstaltung auf dem Rathausplatz. In Hanau und Mannheim wurden NPD-Wahlkampfkundgebungen wegen fremdenfeindlicher Parolen aufgelöst.

Auch in Mühldorf gab es in der letzten Woche friedliche Proteste gegen einen NPD-Wahlkampfauftritt. Mit einem Pfeifkonzert, Buh-Rufen, und vielen Transparenten stellten sich hunderte Mühldorfer der NPD entgegen, bis die neun NPDler nach etwa einer halben Stunde den Stadtplatz wieder verließen.

Fotos aus Mühldorf:

Parteiübergreifende Demo am Stadtplatz

Dass die NPD jedoch überhaupt am Salzstadel auftreten kann, ist bereits eine kleine Niederlage. Zuletzt war dem Freien Netz Süd im Mai eine Veranstaltung am Max-Josefs-Platz oder am Salzstadel untersagt worden. Die Rechtsextreme mussten auf den Bahnhofsvorplatz ausweichen.

Archiv: Proteste gegen das Freie Netz Süd in Rosenheim

Friedliche Kundgebung der Demokraten am Salzstadel

Tumulte und lautstarke Gegendemo am Bahnhof

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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