Rosenheim

Gerangel um "Lolli Hop"

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Eine Runde mit der kleinen Eisenbahn.

Noch kein Problem war der Antrag, zwei existierende Tennishallen an der Eichfeldstraße bei Happing zu einem Kindersportpark namens "Trampolino" umzubauen.

Der Bauausschuss genehmigte vor gut einem Jahr einstimmig Christian Fahrenschons Projekt eines "Indoor-Sportparks" mit dem Hinweis, noch die Erschließung zu klären (wir berichteten). Im Flächennutzungsplan ist das Gebiet als Sportfläche ausgewiesen; nebenan befindet sich der Fußballplatz des ASV Happing.


Spaß beim Rennen.

Jetzt lag dem Ausschuss ein erweiterter Antrag Fahrenschons vor. Aufgrund der erteilten Baugenehmigung hat er sich mit einer Firma in Verbindung gesetzt, die in München-Aubing einen Kindersportpark namens "Lolli Hop" in einem Gewerbegebiet betreibt und sich als Mieter interessiert zeigt. Die in der Rosenheimer Genehmigung festgeschriebene Begrenzung der zulässigen Personenzahl von 400 Nutzern pro Tag sowie die lediglich 38 genehmigten Stellplätze würden allerdings als Hindernis für einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage nach dem "Lolli-Hop"-Betriebskonzept angesehen, so der Bauwerber. Daher beantragte er, die 140 Quadratmeter Freifläche westlich der Halle 2 sollen zusätzlich für Bewegungsspiele genutzt werden. Die Nutzer der Freifläche sollten nicht unter die Begrenzung von maximal 400 täglichen Besucher fallen, die nur für die Halle gelten solle. Es müssten auch mehr Stellplätze zur Verfügung stehen. Fahrenschon bot drei Varianten mit 104, 107 und 134 Stellplätzen an, wobei er bei den ersten beiden die Kosten übernehmen wolle und bei der dritten an eine Aufteilung denke.

Die Verwaltung beurteilt das von dem "Trampolino"-Projekt abweichende "Lolli-Hop"-Konzept nun baurechtlich als "Vergnügungsstätte" und auf einer ausgewiesenen Sportfläche als "nicht genehmigungsfähig". Die vom Betrieb in der Halle ausgehenden Störungen seien als "eher unkritisch" einzustufen, problematisch werde durch die Verdreifachung des Parkplatzangebotes einschließlich Busparkplätze das deutlich höhere Verkehrsaufkommen. Der Verkehrsabfluss über die Innaustraße zur B15 scheide aufgrund der geringen Straßenbreite der südlichen Eichfeldstraße sowie der beengten und unübersichtlichen Mündung in die Innaustraße aus. Die Zufahrt über den Kirchenweg verlaufe durch reines Wohngebiet und führe auf den nördlichen Ast der Eichfelddstraße über ein sehr schmales Straßenstück, das Begegnungsverkehr nicht zulasse.


Schon mit Autos sei auf der Zufahrtsstrecke Begegnungsverkehr problematisch, von Bussen gar nicht zu reden, so Andreas Hollunder vom Bauverwaltungsamt. Die Voraussetzungen für die Zulassung als "sonstiges Vorhaben" im Außenbereich lägen nicht vor. Der Tekturantrag sei planungsrechtlich unzulässig und zusätzlich aus Gründen der mangelnden Erschließung abzulehnen, so der Beschlussvorschlag der Verwaltung. "Die Erschließung, nicht der Betrieb an sich ist das Problem", zog Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ihr Fazit. Das Konzept sei gut und attraktiv für Kinder.

CSU-Stadtrat Josef Gasteiger wandte ein, man solle die Tür nicht ganz zuschlagen. Verkehrliche Probleme gebe es dort auch, wenn der ASV Fußball spiele. Eine "überzeugende Konzeption" nannte Andreas Lakowski von der SPD das Vorhaben. Die Höchstgrenze von 365 mal 400 Besucher im Jahr werde vermutlich nicht ausgeschöpft. CSU-Fraktionsvorsitzender Herbert Borrmann erklärte, der Kindersportpark wäre gut für Rosenheim, wenn schon Nachbarorte attraktivere Bäder hätten. Die Zufahrtssituation müsse noch verbessert werden. SPD-Fraktionsvorsitzende Gabi Leicht erklärte, die Skater-Anlage für die Jugend zur Landesgartenschau sei schon gekippt worden, jetzt wolle die Verwaltung dieses Projekt durch ein "Horrorszenario" zum Scheitern bringen, obwohl sich das genehmigte Konzept kaum verändert habe. Sie unterstütze Borrmanns Sichtweise.

Oberbürgermeisterin Bauer verbat sich in hartem Ton die "üble Beschimpfung der Verwaltung", die hier auch auf die Belange der Bewohnerschaft zu achten habe. Da der Ausschuss den Betrieb mehrheitlich positiv sehe, werde der Antrag an den Hauptauschuss verwiesen. In der Zwischenzeit soll mit dem Bauwerber nochmal das Erschließungskonzept besprochen werden. hh

Quelle: rosenheim24.de

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