Nach Rosenheim nun auch in Kolbermoor 

Giftköder in der Region: Hundehasser oder Hysterie?

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Zwischen Jahnstraße und Sportplatz in Kolbermoor fraß Hündin Minou eine herumliegende Wiener. Ihr musste der Magen ausgepumpt werden.

Kolbermoor - Diese Woche machte Hund Hugo Schlagzeilen: Er fraß in Rosenheim einen Giftköder. Nun scheinen auch welche in Kolbermoor aufgetaucht zu sein. Sind tatsächlich Hundehasser unterwegs oder handelt es sich um eine Hysterie?

Diese Woche machte Hund Hugo Schlagzeilen, der am Valentinstag in der Nähe des Rosenheimer Krankenhauses vermutlich einen Giftköder fraß. Obwohl er sofort in die Tierklinik gebracht wurde, wird der 5-jährige Mischling sein Leben lang unter Folgeschäden leiden. Svenja Kühn, Hugos Halterin, spielt mit dem Gedanken, eine Stiftung zu gründen - um weitere Opfer von Giftköder-Anschlägen zu unterstützen.

Eines davon könnte die Hündin Minou sein. Ihre Besitzerin Nicole W. kontaktierte uns, da die Hündin ebenfalls einen Giftköder erwischt haben soll - versteckt in einer Wiener. Diese lag auf der beliebten Gassi-Strecke zwischen der Jahn-Straße in Richtung Sportplatz

Nicole W. brachte Minou zum Notdienst, dort wurde ihr der Magen ausgepumpt. Dem Tier soll es den Umständen entsprechend gut gehen. 

Hündin Minou geht es den Umständen entsprechend gut.

Doch Nicole steht - wie viele Hundebesitzer - vor der Frage, wie sie nun weiter vorgehen soll. Im Gespräch mit mangfall24.de gibt Bernd Bamberger, Gruppenleiter der Polizeihundestaffel Rosenheim, wertvolle Tipps. "Es sollte unbedingt eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden", rät Bamberger. Hierzu ist es zwingend erforderlich, dass die Geschädigten persönlich vorbeikommen und eine Aussage aufgenommen werden kann. "Am Besten bringen die Betroffenen einen aufgehobenen Köder mit", erklärt der Gruppenleiter. Sobald Hundehalter denken, einen Giftköder gefunden zu haben, sollten sie diesen fotografieren und eintüten. Nur so kann er polizeilich untersucht und festgestellt werden, welche Substanzen sich tatsächlich in ihm verstecken. Davor ist eine definitive Aussage, ob es sich bei dem Fundstück tatsächlich um eine gezielte Aktion von Hundehassern handelt, nicht möglich.

Allerdings könne ein Ermittlungsergebnis ernüchternd ausfallen: "Die Ermittlungsansätze sind dünn", gibt Bamberger wieder. In den meisten Fällen kann lediglich eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet werden, die oftmals zu nichts führt. Es sei denn, Bürger haben etwas Verdächtiges beobachtet. 

Der Hundeführer warnt jedoch auch vor einer Überreaktion: Sobald sich Meldungen über ausgelegte Giftköder verbreiten, droht eine "Hysterie". In manchen Fällen kam es auch schon vor, dass sich Hundehalter wegen gefundener Golfbälle sorgten. 

Bettina Pohl

Quelle: mangfall24.de

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