Handlungsbedarf bei der Gleichberechtigung

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Ursula Meishammer und Teilnehmerinnen in der Diskussion nach dem Vortrag

Rosenheim - Chanchengleicheit in der Region. In einer Sitzung der Sozialen Stadt sprach man sich über die Gleichberechtigung in der Region aus. Es besteht Handlungsbedart.

Auf Anregung der Begleitausschüsse Nord, Ost und West war Antonia Milbert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung – BBSR von der Sozialen Stadt nach Rosenheim eingeladen. Das BBSR ist ein Institut des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, das die Politik zu wichtigen Fragen der Stadtentwicklung berät. Die Wissenschaftlerin Antonia Milbert präsentierte den Gender-Index, ein Instrument um die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen in einer Stadt darzustellen.

"Dieses Thema interessiert mich sehr, deshalb bin ich heute hier her gekommen, um mich darüber zu informieren", so Rudolf Dodl, ehemaliger Vorstand des Fördervereins Miteinander e.V. im Rosenheimer Norden, einer von rund 40 Teilnehmern der Veranstaltung. Der Gender- Index orientiert sich im Speziellen auf die Chancengleichheit im Bereich Bildung und Erwerbsleben sowie die gesellschaftliche Teilhabe der beiden Geschlechter. In Rosenheim finden sich besondere Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen im Bereich der Schulabgänger ohne Schulabschluss, der Anzahl von Frauen und Männern mit geringfügigen Beschäftigungen und im Bereich der Förderung von Frauen und Mädchen bei Wiedereingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt.

Zuviele Jungen verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss und zu viele Frauen sind in Minijobs beschäftigt und haben somit keinen Rentenanspruch. In der Förderung der Wiedereingliederungsmaßnahmen sind ebenfalls Frauen benachteiligt. Auch hinsichtlich der politischen Teilhabe durch Ratsmitgliedschaften gibt es noch kein Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen in Rosenheim. Es gibt zu wenige Frauen im Rosenheimer Stadtrat. In der abschließenden Diskussion brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl ihre Zweifel, als auch ihre Erwartungen an den Gender-Index ein. „Mir ist fraglich wie diese Daten zur konkreten Umsetzung führen können", kritisierte Viktoria Schäfer, Vertreterin der Caritas, die Statistik. Für Sabine Schmitz, eine ehrenamtlich engagierte Bürgerin aus dem Stadtteil Happing, liegt der nächste Schritt vorallem in der Interpretation der Daten.

Da einzelne Zahlen oft eine ausschlaggebende Wirkung auf den gesamten Index haben, hält sie eine genauere Betrachtung der Ursache-Wirkungszusammenhänge für wichtig. Klaus Schindler, Leiter des Mehrgenerationenhauses der Arbeiterwohlfahrt Rosenheim: "Wir sollten uns mit anderen Städten vergleichen und gute Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter übernehmen".

In einem Punkt waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: es besteht in den nächste Jahren Handlungsbedarf um die Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit zwischen Männern und Frauen, Jungen und Mädchen in Rosenheim weiter zu verbessern. Die anwesende Stadträtin, Ursula Meishammer, weiß aus Erfahrungen der Frauenunion Rosenheim: "Es ist kein einfacher Weg zur Gleichberechtigung, aber das Engagement lohnt sich, um Bildungs- und Chancengerechtigkeit in unserer Stadt zu schaffen".

Pressemitteilung Soziale Stadt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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