FSJ vs BFD: Graf kritisiert Bundesregierung

Rosenheim - Soziale Einrichtungen und Freiwillige aus dem Umkreis, die sich für das Freiwillige Soziale Jahr entschieden hatten, müssen sich wohl auf schwere Zeiten einstellen.

Die sozialen Einrichtungen und die Freiwilligen aus dem Umkreis Rosenheims, die sich für das Freiwillige Soziale Jahr entschieden hatten, müssen sich wohl unverhofft auf schwere Zeiten einstellen. Anlass hierfür ist die Ankündigung des Familienministerium, bereits ab diesem Jahr FSJ-Plätze nur noch zu fördern, wenn eine ausreichende Anzahl an BFD-Plätzen besetzt ist – und zwar im Verhältnis drei FSJ-Stellen zu zwei BFD-Stellen. Dieser Vorstoß des Familienministeriums widerspricht grundlegend der eigentlichen Bedeutung des Bundesfreiwilligendienstes, der in der Gesetzesbegründung als „harmonische Ergänzung und Stärkung des bestehenden Freiwilligendienstes“ ausgestaltet werden sollte. Es sollte auch „keinerlei Verdrängungsanreize gegenüber den zivilgesellschaftlich organisierten Jugendfreiwilligendiensten“ geben. Stattdessen wird nun die überstürzte Einführung des BFDs auf dem Rücken der Einsatzstellen und der Freiwilligen ausgetragen. Diese sollen sogar aufgefordert werden, bestehende FSJ-Verträge mit den Trägern zu lösen und stattdessen BFD-Verträge mit dem Bund abzuschließen.

„Die Bundesregierung hat versagt, die großspurig angekündigten 35.000 Bundesfreiwilligen konnte sie nicht gewinnen, die Zeche zahlen jetzt die sozialen Einrichtungen und die jungen Menschen, die sich für das FSJ entschieden hatten“, so die Rosenheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Graf. Auch über den Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser neuen Regelung kann sich die Abgeordnete nur wundern. „Das Familienministerium dachte wohl, es könne diesen Betrug in der Sommerpause heimlich, still und leise durchführen!“, so Graf.

Die Bundesregierung macht vor allem die Träger der sozialen Einrichtungen für den schwachen Start des Bundesfreiwilligen Dienstes verantwortlich. Die hohe Nachfrage beim Freiwilligen Sozialen Jahr hat jedoch verständliche Gründe. Die große Zahl ergibt sich zunächst aus dem doppelten Abiturjahrgängen. Das FSJ ist aber auch ein bekannter Dienst, den die Jugendlichen kennen und sich auf Grund von Empfehlungen gezielt bewerben. Zudem wird er wegen seiner pädagogischen Begleitung sehr geschätzt. Der BFD dagegen ist noch unbekannt und befindet sich im Aufbau.

„Bleibt das Familienministerium bei seiner derzeitigen Haltung, beschädigt es sowohl den Ruf des Bundesfreiwilligendienstes wie auch des Freiwilligen Sozialen Jahres“, mahnt die Rosenheimer SPD-Bundestagsabgeordnete. Dass auch die Münchner Landesregierung das Verhalten des Bundesfamilienministeriums öffentlich rügt, findet die Abgeordnete dagegen scheinheilig. „Die Landesregierung will gerne vergessen lassen, dass auch sie Teil der Koalition ist und die Fehler dieser Bundesregierung mitzutragen hat.“

Pressemeldung Angelika Graf

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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