„Große Welt“ für kleine Kinder

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Rosenheim - Zu einem Opernsaal umfunktioniert wurde die Sporthalle der Astrid-Lindgren-Grundschule in der Innsbrucker Straße.

Wo sonst gesprungen und gelaufen wird, saßen Kinder für einen Abend mucksmäuschenstill und lauschten aufmerksam dem Geschehen auf der Bühne. „Oper macht Spaß“, lautete nach der einstündigen Vorstellung die einhellige Meinung der Buben und Mädchen.

Bereits vor vier Jahren wurde in der Astrid-Lindgren-Grundschule ein Opernabend veranstaltet. Die Resonanz war bereits damals groß. Diesmal kam der Kindermusiker Andreas Haas. Er ließ die Kinder Ausschnitte aus Mozarts "Zauberflöte", Webers "Freischütz" und Humperdincks "Hänsel und Gretel" erleben. Haas spielte dabei auf verschiedenen Flöten und bewies mit seinem Auftritt auch viel komödiantisches Talent. Mit Masken und Perücken verkleidete er sich mehrmals in Windeseile und sorgte schon damit für Begeisterungsstürme.

Nicht jede Oper, so Haas, sei für Kinder geeignet. "Da gibt es viele düstere und auch gewalttätige Handlungen - die machen eher Angst", meinte der Musiker. In der Opernwelt gäbe es aber auch vieles, was sehr wohl bereits Vorschulkinder anspreche. Den Kleinen bleibe aber auch heutzutage noch die "große Welt der Oper" größtenteils verwehrt, und darum habe er sich dazu entschlossen, spezielle Stücke für Kinder zu inszenieren.

Der Titel seines Stücks: "Timmy entdeckt die Oper". Haas erzählt von einem Bub, der bei einer Kinderchorprobe im Opernhaus teilnehmen darf und Einblick in geheimnisvolle, merkwürdige und auch humorvolle Szenen erhält, die sich hinter den verschiedenen "Türen" abspielen. Untermalt wird sein Auftritt auch von Bildprojektionen.

Den Buben und Mädchen in der Astrid-Lindgren-Schule gefiel, was sie da sahen und auch den Flötenklängen lauschten sie mit Begeisterung. "Das ist genauso schön wie moderne Musik", meinte die sechsjährige Kaja und fasste kurz nach der Vorstellung den Entschluss: "Ich will mit meinen Eltern bald wieder in die Oper gehen."

Selbst die "Kleiderordnung" passte zu einem Abend, wie er sich eigentlich nur in den großen Opernhäuser dieser Welt abspielt. Kinder, Eltern und Großeltern kamen überwiegend in sehr festlicher Garderobe. Florian und Mike, beide sechs Jahre alt, bekamen von ihren Mamas sogar speziell für diesen Abend schwarze Sakkos. "Damit sehe ich toll aus", meinte Mike, und sein Freund Florian stimmte ihm zu: "Diese Jacke ziehe ich jetzt bestimmt öfter an."

Ausdrücklich wurden zu diesem Abend nur Kinder mit "wirklichem Interesse" eingeladen. "Störenfriede wollen wir nicht", hieß es in der Einladung. "Bei einer Oper für Erwachsene ist es auch immer ganz leise", begründete Schulleiterin Inge Thaler diese Wortwahl. Man wolle diesen Buben und Mädchen bestmöglich das Szenario eines Opernabends bieten: "Darum findet diese Veranstaltung auch am Abend statt, zu einer Zeit, wo viele Kinder eigentlich schon ins Bett müssten." Selbst Eintrittskarten fehlten nicht. Stolz wurden sie von den kleinen Besuchern vorgezeigt.

Die Mitglieder des Elternbeirats halfen tatkräftig mit. Sie veranstalteten nach der Aufführung einen "Sektempfang" in der Aula. Angestoßen wurde mit alkoholfreiem Kindersekt - Abschluss eines aufregenden Abends. Mike dazu: "Jetzt fühle ich mich sehr erwachsen."

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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