Gutachterin hält Entführerin für schuldfähig

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Nina und Mike mit Töchterchen Nora.

Unterwössen/Innsbruck - Im Prozess um eine Kindesentziehung, die in Unterwössen ein glückliches Ende gefunden hatte, ist der Entführerin jetzt volle Schuldfähigkeit bescheinigt worden.

"Es liegen keine Denkstörungen, keine Schizophrenie und keine Paranoia vor", sagte eine Gutachterin vor dem Innsbrucker Landesgericht. Dort muss sich die 33-jährige Tirolerin wegen Kindesentziehung verantworten. Zu einem Urteil kam es gestern nicht mehr. Dieses soll am heutigen Donnerstag verkündet werden.

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Die Frau aus Kitzbühel hatte Nora - ein drei Monate altes Baby - im Juni 2010 im Salzburger Europapark mitgenommen, als ihre Mutter (34) gerade in der Umkleidekabine stand. Stunden später wurde das Mädchen im Zuge einer Großfahndung auf dem Nettomarkt-Parkplatz in Unterwössen gefunden und kurz darauf in der Polizeiinspektion Grassau der überglücklichen Mutter übergeben.

Aus psychiatrischer Sicht gebe es keine Erklärung für die Tat, die Beschuldigte weise keine "manifeste psychische Erkrankung auf", so die Gutachterin weiter. Tests hätten ergeben, dass die 33-Jährige nur an einer leichten depressiven Beeinträchtigung leide.

Bereits zum Prozessauftakt im April 2011 hatte die Frau die Tat gestanden. Sie ist nicht wegen Kindesentführung angeklagt, sondern wegen Kindesentziehung, da keine Erpressung im Spiel war. Bei Kindesentziehung drohen maximal drei Jahre Haft. Aufgrund der vollen Schuldfähigkeit kann die 33-Jährige nicht auf mildernde Umstände wegen einer seelischen Krankheit hoffen. Zudem steht sie wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung vor Gericht. Die Tirolerin soll ihrem Ex-Arbeitgeber in einem Reisebüro zwei Jahre lang (von 2007 bis 2009) Geld unterschlagen haben - insgesamt fast 160 000 Euro. Für die Betrugsdelikte drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft

Das für das Strafmaß mitentscheidende Gutachten der Psychiaterin hatte nach Prozessbeginn zu einer Unterbrechung bis Anfang dieses Jahres geführt. Die Verteidigung zweifelte die Aussage der Expertin an. Dennoch bescheinigte die Gutachterin der Angeklagten nun erneut die volle Schuldfähigkeit. Ihr Anwalt argumentierte, seine Mandantin sei nach einer Fehlgeburt im Herbst 2009 traumatisiert gewesen. Video aus dem Archiv:

dpa/ls/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: chiemgau24.de

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