Hagelsaison 2010 verlief ruhig

Rosenheim - Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Hagelforschungsvereins zeigte Hauptreferent Sturmjäger Walter Stieglmair eindrucksvolle Bilder von Hagelfällen sowie Wind- und Wasserhosen.

Einen interessanten Abend erlebten die Besucher der diesjährigen Mitgliederversammlung des Hagelforschungsvereins. So zeigte der Hauptreferent des Abends, Sturmjäger Walter Stieglmair eindrucksvolle Bilder von Hagelfällen sowie Wind- und Wasserhosen.

Der 1. Vorsitzende und stellvertretende Landrat Josef Huber begrüßte neben dem Leiter der Hochschule Rosenheim, Professor Heinrich Köster mit seinen Mitarbeitern auch den Vertreter des Hauptsponsors des Vereins, Kreisdirektor Agrar Christian Bürger der Volks- und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim. In seinem Bericht stellte Huber unter anderem fest, dass die Saison 2010 im Schutzgebiet eher ruhig und ohne größere Hagelschäden verlaufen ist und dankte den Piloten für ihre Einsätze. Auch alle sonstigen technischen und logistischen Probleme konnten zufriedenstellend gelöst werden. Im Rahmen der Forschung des Vereins wurde ein neues Projekt namens RO-BERTA mit der Hochschule Rosenheim abgeschlossen, das der Verein in den nächsten beiden Jahren mit 100.000 Euro mitfinanziert.

Landrat Neiderhell zeigte sich sehr erfreut, wie reibungslos doch die Hagelabwehr in Rosenheim funktioniert und über die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Hochschule zur weiteren Dokumentation und Auswertung der Hagelabwehrflüge. Er sicherte der Hagelabwehr auch in Zukunft seine volle Unterstützung zu und dankte allen Beteiligten für die geleistete Arbeit.

Hagelsaison 2010 verlief ruhig

Über ein Novum in der Geschichte der VR Bank Rosenheim-Chiemsee eG als Sponsor konnte Kreisdirektor Agrar Christian Bürger berichten. Die Raiffeisenbank mit ihren Stiftungen hat zur Unterstützung des Hagelforschungsvereins eine Innovationspartnerschaft mit der Hochschule Rosenheim abgeschlossen und dafür 30.000 Euro zur Verfügung gestellt. Bürger, der sich noch persönlich an die Tage des Hagelschiessens erinnern konnte, verband mit dieser Partnerschaft den Wunsch auf revolutionäre Ergebnisse ohne Hagel und nur mit Regen.

Die Bedeutung der Zusammenarbeit in praxisorientierten Projekten stellte Hochschulpräsident Prof. Heinrich Köster heraus. Er sehe die Hochschule als eine Hochschule in der Region und für die Region. Prof. Peter Zentgraf und Laboringenieur Peter Viehhauser resümierten das bisher durchgeführte Projekt RO-BERT und dessen Weiterentwicklung zu RO-BERTA. Dabei gehe es um eine weiter verbesserte Datenaufzeichnung der Hagelabwehrflüge sowie des ausgebrachten Silberjodids und die verzögerungsfreie Datenübermittlung vom Hagelflugzeug zum Boden und umgekehrt. Letztendlich solle dem Piloten eine Art Röntgenblick in die Gewitterwolke und dem Betrachter am Boden ein visueller Einblick in die Abwehrflüge ermöglicht werden. Die bisherigen Arbeiten im Projekt RO-BERT, die wesentlich geprägt waren durch die Diplomarbeit des Studenten Tobias Höglauer wurden erst kürzlich mit dem VDE-Award 2010 ausgezeichnet.

Mehrfach ging ein Raunen durch den Saal als Walter Stieglmair seine Bilder und Videos von Hagelfällen aus Südbayern präsentierte. Eindrucksvolle Aufnahmen von Wind- und Wasserhosen sowie Tornados in der Entstehung wurden von den staunenden Zuhörern kommentiert. Walter Stieglmair ist seit vielen Jahren als sogenannter „Stormchaser“ oder Sturmjäger unterwegs und jagt Gewitter und Hagel mit der Foto- und Filmkamera, wobei das Einsatzgebiet der Hagelabwehr nicht zu seinen erfolgreichen Revieren gehört, weil er hier meistens nur Regen filmen kann.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Landratsamt Rosenheim

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