Keimzahl gesunken - Abkochgebot bleibt vorerst

Rosenheim - Die Verunreinigung des Trinkwassers ist nach Angaben der Stadtwerke bereits zurückgegangen! Von vorher maximal 22 Keimen pro 100 ml ist der neue Wert auf maximal fünf Keime pro 100 ml gesunken.

Bereichsleiter Reinhard Bielmeier von den Stadtwerken:

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Das Abkochgebot des Trinkwassers von den Stadtwerken Rosenheim bleibt weiterhin bestehen. Betroffen sind das gesamte Versorgungsnetz der Stadtwerke Rosenheim, sowie die Gemeinden Stephanskirchen, Schechen und Rohrdorf. Neu dazu gekommen ist jetzt auch die Gemeinde Söchtenau mit den Bereichen Schwabering, Untershofen und Krottenmühl.

Liebe Userinnen und User,

anbei finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur aktuellen Trinkwasser-Verunreinigung in Rosenheim & Region. Weitere Fragen haben Ulrike Willenbrink, Assistentin der Geschäftsleitung der Stadtwerke Rosenheim, und Josef Kaffl, Lebensmittelkontrolleur der Stadt Rosenheim, in unserem LIVE-CHAT von 10 bis 12 Uhr beantwort.

Die abschließende Aussage aus dem Chat: "Die neuen Messwerte liegen vor und sind gesunken. Die Keimzahl im Trinkwasser im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Rosenheim ist von maximal 22 pro 100 ml auf maximal 5 pro 100 ml zurückgegangen.Wir stimmen uns nun weiter mit dem Gesundheitsamt ab", so Ulrike Willenbrink.

Auf vielfache Nachfragen möchten die Stadtwerke noch einmal bestätigen, dass das Reinigen von Geschirr in Geschirrspülmaschinen absolut ausreichend ist!

Diese Fragen haben unsere User den Experten gestellt: der heutige LIVE-Chat zum Nachlesen

Hier hat Reinhard Bielmeier, Bereichsleiter Versorgungstechnik der Stadtwerke Rosenheim, die wichtigsten Fragen rund um die Trinkwasser-Verunreinigung beantwortet.

Was ist in dem Wasser? Welche Keime, in welcher Konzentration?

Reinhard Bielmeier: Es handelt sich um koliforme Keime im Trinkwasser. Es wurden 20 Keime in 100 ml festgestellt. Laut Trinkwasserverordnung dürfen aber gar keine Keime im Trinkwasser sein, deshalb die Vorsichtsmaßnahmen.

Welche Gebiete sind genau betroffen?

Das gesamte Stadtgebiet Rosenheim sowie die Gemeinden Stephanskirchen, Schechen und Rohrdorf. Kolbermoor und Bad Aibling sind nicht betroffen. Sie haben zwar ebenfalls ihre Brunnen im Gebiet Willing, aber eine eigene Wasserversorgung.

Das Wasserwerk Kolbermoor und die Stadtwerke Bad Aibling bestätigten Rosenheim24, dass sie noch keine Keime in ihren Brunnen festgestellt hätten. Beide besitzen außerdem eine UV-Anlage, die die Bakterien abtötet. Zur Sicherheit sollen nochmalige Proben Gewissheit bringen, dass die Gebiete tatsächlich nicht betroffen sind. In Kolbermoor rechnet man am Freitag mit den Ergebnisse. Dort gebe es keinen Grund, Wasser abzukochen, heißt es aus dem Wasserwerk. Die Stadtwerke Bad Aibling empfehlen das Wasser für kleine Kinder und kranke Menschen abzukochen, bis sie am Montag richtig Entwarnung geben können.

Warum kommt die Warnung erst nach drei Tagen?

Unsere Eigenüberwachungsverordnung sagt aus, dass einmal wöchentlich auf freiwilliger Basis Proben entnommen werden sollten. Das haben wir routinemäßig am Montag und am Dienstag gemacht - im Wassernetz und in den Brunnen. Die Analyse liegt allerdings erst nach 18 Stunden vor. Sobald wir sie am Mittwochvormittag vorliegen hatten, haben wir es dem Gesundheitsamt gemeldet.

Warum wurde die Nachricht nur über die Medien verbreitet und die Haushalte/Einrichtungen/Gastbetriebe nicht direkt, beispielsweise mit einem Lautsprecherfahrzeug, informiert?

Eine Katastrophensituation ist in diesem Fall nicht eingetreten. Es handelt sich um eine reine gesundheitliche Vorsichtsmaßnahme. Die Informationen dazu werden immer per Pressemitteilung verbreitet. Wir haben aber parallel alle Pflegeheime, Kliniken und medizinische Einrichtungen telefonisch verständig, genau wie die Wassermeister in den betroffenen Gemeinden.

Wie kommt die Entwarnung an die Haushalte?

In gleicher Weise, wie die Warnung. Sobald wir zwei, drei Tage keimfreie Werte haben geben wir das ans Gesundheitsamt weiter. Dort wird dann entschieden, wann die Warnung aufgehoben wird.

Was ist mit Geräten, die mit Wasser laufen (z.B. Kaffeevollautomaten), müssen sie mit abgekochtem Wasser befüllt und vorher desinfiziert werden?

Ich sehe keinen Besorgnisgrund, da diese Geräte das Wasser aufbrühen, es bis zur Verdampfungsgrenze erhitzen. Es sollte keine gesundheitliche Gefährdung geben. Die Geräte müssen auch nicht desinfiziert werden. Das Wasser wird derzeit allerdings gechlort, weshalb sich ein gewisser Geschmack bemerkbar machen wir. Das müssen wir in Kauf nehmen, denn das Chlor tötet die restlichen Bakterien sicher ab.

Welche Brunnen sind betroffen? Welche Gebiete versorgen sie? Was passiert mit den betroffenen Brunnen?

Von unseren Brunnen im Gebiet Willing sind zwei von fünf betroffen. Wir haben sie sofort abgeschaltet. Die Wasserversorgung ist aber sicher gestellt. Wenn wir an den anderen Brunnen keine Verunreinigung feststellen, nehmen wir sie in Betrieb, aber erstmal nicht ans Netz. Sie werden mit Chlor desinfiziert.

Gibt es eine finanzielle Entschädigung bei entstehenden Arztkosten oder ähnlichem?

Nein

Quelle: rosenheim24.de

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