Nach Mühldorf und Haag auch in Trostberg

Heimat-Filmfestival kommt: "Leute leben nicht in globalisierter Welt"

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"Trostberg hat ein sensationell gutes Kino", so Organisator Peter Syr, der nicht per Zufall an die Stadt an der Alz herantrat. 
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Trostberg - Über eine Woche lang soll es dauern und 2019 erstmals durch die Region touren: Ein internationales Filmfestival wird auch in Trostberg Halt machen - Skepsis gab es trotzdem.

"Biennale Bavaria International - Festival des Neuen Heimatfilms" nennt sich die Reihe, die der Initiator Peter Syr ab kommendem Jahr auf die Beine stellen will. Acht bis zehn Tage lang sollen in regionalen Kinos den ganzen Tag über moderne Heimatfilme laufen. Haag und Mühldorf haben schon zugesagt, auch der Trostberger Stadtrat entschied sich nun für eine Teilnahme - Wasserburg, Altötting und Burghausen sollen auch noch mit ins Boot geholt werden.

Den Rechten den Heimatbegriff entreißen

"Die Menschen leben nicht in einer globalisierten Welt, sondern in der Region. Sie wollen ihren Dialekt wieder hören und sehen sich nach ihren Wurzeln. Das ist überall so, nicht nur in Bayern", so Peter Syr in Trostberg: "Die Rechten wollen den Begriff der Heimat für sich beanspruchen, aber da muss man etwas dagegenhalten. Heimat heißt nicht, dass man Angst hat, was hinter dem Gartenzaun passiert.

Ab dem 3. Oktober 2019 soll das Festival in den heimischen Kinos laufen, der Fokus liegt vorerst auf Filmen aus dem deutschsprachigen Raum. Alle zwei Jahre soll das Festival dann wiederholt werden. Rund 11.000 Euro wird die Stadt Trostberg alle zwei Jahre beisteuern - obwohl der Betrag vergleichsweise gering ist, waren einige Stadträte anfänglich skeptisch: "Das sollte doch Aufgabe des Kultusministeriums sein und nicht auf die Kommunen abgeschoben werden", so beispielsweise Franz-Xaver Obermayer. Bürgermeister Schleid sah es dagegen anders: "Das ist Wirtschaftsförderung mit kulturellem Hintergrund. Da werden wir überregional wahrgenommen und könnten uns mal gegen Traunreut oder Traunstein positionieren." Nur Obermayer und Ludwig Hartl stimmten letztendlich dagegen.

An jedem Ort ein Genre im Mittelpunkt

"Es wird den ganzen Tag Kino sein", erklärte Initiator Syr sein Konzept. An jedem Ort stehe dann ein Genre im Fokus - in Altötting interreligiöse Filme, in Haag Nachwuchsfilme oder in Trostberg der Heimatkrimi - alle Filme würden aber letztendlich, zeitverzögert, in allen Kinos gezeigt. Rund 750.000 Euro braucht Syr für das Festival. Ein Großteil kommt vom öffentlichen "Film-Fernsehfonds Bayern", von der Regierung von Oberbayern und von Sponsoren wie der VR-Bank. Insgesamt 120.000 Euro bleiben an den Kommunen hängen, rund ein Euro pro Einwohner.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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