Heimische Unternehmer setzen auf die Zukunft

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Entwicklung der Gerwerbean- und -abmeldungen in Rosenheim in den ersten fünf Monaten 2010 und 2011.

Rosenheim - Die Konjunktur brummt, aber die Börse stottert schon wieder. Dennoch gibt es in den ersten fünf Monaten des Jahres 2011 115 mehr Firmenanmeldungen als -abmeldungen.

67 Optimisten meldeten allein im Mai in der Stadt Rosenheim ein Gewerbe an. Sie setzen auf eine positive Zukunft. Darunter waren 56 Existenzgründungen im klassischen Sinn, also echte "Neuerrichtungen", weil es die Firma vorher nicht gab. Gewerbeabmeldungen hat das Landesamt für Statistik für den Mai 50 registriert. Davon waren 36 echte Aufgaben des Betriebs oder Gewerbes ohne Ersatz für die bisherigen Arbeitsplätze. Zwischenbilanz nach fünf Monaten: Die Zahl der Anmeldungen liegt 2011 bis jetzt um 33 unter dem Wert des Vorjahres.

Bei der Beurteilung der Entwicklung kommt es darauf an, ob sie mit dem Vorjahr verglichen wird oder nur in 2011. Die ersten fünf Monate des Jahres brachten in der Stadt Rosenheim insgesamt 384 Gewerbeanmeldungen und damit besagten Rückgang. Werden nur die sogenannten Neuerrichtungen betrachtet, dann stehen den 313 Firmengründungen dieses Jahres 327 im Vorjahreszeitraum gegenüber. 44 Firmen sind bis Ende Mai zugezogen, im Vorjahr nur 37, 27 wurden durch neue Eigentümer übernommen, im Vorjahr 53.

Abgemeldet wurden allein im Mai 50 Firmen und Gewerbe, eine weniger als im Vorjahr. Darunter waren 36 echte Aufgaben des Geschäftsbetriebs, elf Firmen verlegten ihren Standort und bei weiteren drei Firmen gaben zwar der oder die bisherigen Besitzer ihre Tätigkeit auf, die Firmen selber wurden aber verkauft beziehungsweise an Nachfolger übergeben. Seit Jahresbeginn registrierten die Statistiker hier insgesamt 269 Gewerbeabmeldungen, im Vorjahreszeitraum waren das noch 320.

Die ersten fünf Monate 2011 brachten in Rosenheim also ein Plus von 115 Firmen. "Im Prinzip ist die Lage für Existenzgründer im Moment ideal: Die Zinsen sind niedrig und Menschen, die ein Risiko eingehen wollen, werden im Grunde händeringend gesucht, weswegen auch die staatliche Förderung der Existenzgründer einen hohen Standard erreicht hat", sagt zumindest Wirtschaftsminister Martin Zeil. Bei der Prämierungsveranstaltung des Münchener Businessplan Wettbewerbs 2011 wies er auch darauf hin, dass Bayern als Gründerland einen Ruf zu verteidigen hat, aber auch davon abhängig ist, dass Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen: "'Nicht umsonst zählt Bayern heute zu den wohlhabendsten Regionen. 2006 bis 2010 hatten wir im Freistaat wieder den besten Gründersaldo aller Länder: Die Selbstständigenquote liegt bei 12,1 Prozent."

Erste Anlaufstelle für alle, die helfen wollen, den Schnitt weiter zu steigern, seien die Gründer-Agenturen bei den Kammern. Rund 500 Interessenten täglich nehmen diesen Service in Anspruch. Weniger ratsam ist es laut Zeil für Existenzgründer Ehepartner, Nachbarn, Verwandte und Bekannte zu befragen. Da komme nach des Ministers Erfahrung der deutsche Bedenkenträger zum Zug: "Existenzgründer müssen sich leider auch heute für ihren Weg in die Selbstständigkeit rechtfertigen. Hier brauchen wir einen verstärkten Bewusstseinswandel in der Gesellschaft." Und die 384, die es in der Stadt Rosenheim bis Mai doch gewagt haben, brauchen vor allem Erfolg.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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