Richtiges Verhalten beim Feuerwehreinsatz

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Nicht selten werden Einsätze der Feuerwehr durch Schaulustige und Gaffer behindert - wie am Dienstagabend bei einem Großbrand in Niederheldenstein (Foto).
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Heldenstein - Zahlreiche Schaulustige behinderten den Feuerwehreinsatz beim Schreinerei-Brand am Dienstag. So verhalten Sie sich als Passant richtig.

Sie behindern die Arbeit der Rettungskräfte und bringen vielleicht sogar sich und andere in Gefahr: Schaulustige und Gaffer. Erst am Dienstagabend haben zahlreiche Schaulustige einen Feuerwehreinsatz in Niederheldenstein behindert. Zwei Motorradfahrer, wahrscheinlich abgelenkt von der aufsteigenden Rauchsäule, sind sogar leicht zusammengestoßen - was die Anfahrt einiger Einsatzwagen weiter erschwerte.

So verhalten Sie sich richtig:

Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes Bayern gibt es keine allgemeinen Regeln, wie man sich verhalten muss. Grundsätzlich gilt aber:

Die Zufahrten zu Unfall- und Einsatzstellen sollten für die Einsatzfahrzeuge frei befahrbar sein. Staut sich der Verkehr, sollte unbedingt eine Rettungsgasse gebildet werden.

Wer an dem Unfall vorbeifährt, sollte dies zügig tun und auf keinen Fall stehen bleiben, um sich die Unfallstelle anzusehen oder gar mit den Einsatzkräften zu sprechen. Wer an einer Unfallstelle anhält, riskiert schlimmstenfalls sogar einen Auffahrunfall.

Wer zu Fuß unterwegs ist, ist meist flexibler als mit dem Auto und sollte die Einsatzstelle gleich weiträumig umgehen.

Der Landesfeuerwehrverband räumt ein, dass Neugier von Passanten nicht grundsätzlich etwas Schlechtes ist. Allerdings sollte man niemals sich selbst gefährden oder die Rettungskräfte behindern.

Feuerwehr darf Platzverweise aussprechen

Gegen hartnäckige Gaffer können die Einsatzkräfte - wenn nötig - sogar einen Platzverweis aussprechen. Laut Artikel 25 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes darf die Feuerwehr, falls keine Polizei zur Verfügung steht, den Einsatzort absperren und Personen von dort verweisen. Dabei darf sogar, entsprechend den Regularien des Polizeiaufgabengesetzes, "unmittelbarer Zwang durch körperliche Gewalt und deren Hilfsmittel" angewandt werden.

Landesfeuerwehrverband für Geldstrafen

Ist die Feuerwehr zu derartigen Maßnahmen gezwungen, gehen aber freilich Zeit und Arbeitskraft verloren, die meist dringend für den eigentlichen Feuerwehreinsatz gebraucht würden. Auch deshalb fordert Alfons Weinzierl, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbands Bayern e.V., erhebliche Geldstrafen. "Wenn die Geldstrafe nur hoch genug ist, dann würden es sich die Schaulustigen überlegen, ob sie die Einsätze der Feuerwehr und anderer Hilfsorganisationen behindern.", so Weinzierl.

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Niederheldenstein: Brand in Schreinerei

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Quelle: innsalzach24.de

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