Herbergssuche wegen Dachschadens

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Elterbeiratsvorsitzende Claudia Friedel (hinten links) freut sich mit den Sozialpreisträgern, an deren Spitze Simon Woyke (vorne rechts).

Rosenheim – "Wegen eines Dachschadens" ausquartiert werden musste das Herbstkonzert des Ignaz-Günther-Gymnasiums (IGG), so sagte Oberstudiendirektor Dieter Friedel in seiner Begrüßung.

Da das Dach der Aula repariert wird, musste die Schule auf Herbergssuche gehen und wurde schließlich im Konzertsaal der Musikschule Rosenheim im Künstlerhof gerne aufgenommen. Das Herbstkonzert sowie die Verleihung des Sozialpreises durch den Elternbeirat fanden so in einer ganz anderen, aber umso herzlicheren Atmosphäre statt, wofür Gottfried Hartl, dem Leiter der Musikschule, gebührend gedankt wurde.

Den Sozialpreis vergibt der Elternbeirat des IGG jährlich für außergewöhnliche Engagements der Schüler für soziale Zwecke. Diesmal bekam den mit 220 Euro dotierten Preis das Team, das heuer zum ersten Mal einen Spendenlauf veranstaltet hatte, bei dem über 1300 Schüler mitwirkten und insgesamt 22000 Euro eingenommen wurden, die verschiedenen sozialen Einrichtungen zugute kamen. Das sei, so Elternbeiratsvorsitzende Claudia Friedel, "dem unbeugsamen Willen einiger Schüler sowie ihrem Fleiß und ihrer zielgerichteten Arbeit zu verdanken". Das Team mit ihrem "Chef" Simon Woyke (Q12) nahm die Urkunde und die Geldprämie mit Stolz entgegen.

Umrahmt wurde das höchst abwechslungsreiche Konzert durch zwei Auftritte von Franz Lang (K13) am Marimbaphon voller rhythmisierter Farbklänge. Selten, dafür umso lieber, hört man Sologesang: Klar und sicher intonierte Anna Bachleitner (Q11), begleitet von Mirjam Bothe (10d), eine Arie aus Händels "Messias". Geradezu herzinniglich und mit sichtbar frischer Freude sangen Susanne Lietmeyer (Q12) und Theresa Seits (K13) das Duett "Ich wollt, meine Liebe ergösse sich" von Mendelssohn-Bartholdy, begleitet von Michael Eschlbeck (K13).

Maria Matei Rastel (K13) entlockte ihrer Flöte in einem Stück von Ian Clarke spannende Urlaute und zauberhafte Lufttöne und spielte sogar alleine zweistimmig. Theresa Plomer (10d) präsentierte, begleitet von Josephine Steidl (Q11), stürmisch, sicher und strahlend den ersten Satz der Violinsonate von Harald Genzmer, und, zusammen mit Isabella Groß (Q12), in virtuoser Süße ein Allegretto von Charles de Bériot. Für das gut phrasierte "Preludio" einer Vivaldi-Trio-Sonate hatten sich die Geigerin Verena Wieland (10e), die Cellistin Luisa Mohr (9e), und die Pianistin Veronika Feicht (Q12) zusammengefunden, und für das Andante von Francois Adrien Boieldieu Georg Kaltenbrunner (8d), am Horn und seine Schwester Julia (Q11) an der Harfe. Diese beiden hochromantischen Instrumente erklangen zusammen in schöner Harmonie, weil beide Musiker die Melodien fließen ließen und hervorragend aufeinander eingingen.

Der Rest des Programms gehörte dem Klavier: Mit pathetischer Wucht widmete Mirjam Bothe (10d) sich dem ersten Satz der Beethovenschen "Pathetique", Matthias Eger (Q12) mit düster-unerbittlicher Strenge dem "Prèlude g-Moll" von Rachmaninow. Stürmischen Applaus erntete der unbekümmert-fröhlich aufspielende Máté Amadé Sirtesz (5d) mit den überaus temperamentvoll gespielten Rumänischen Tänzen von Bartok, und Thomas Schuch (K13) begeisterte mit fein abgetönten Akkorden und virtuos-rauschendem Überschwang in der a-Moll-Etüde op.25, Nr.11 von Chopin. Der eine zeigte, wohin er musikalisch will, der andere, wohin er schon gekommen ist.

rwj/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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