+++ Eilmeldung +++

Große Trauer

Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

Hilfe für Start ins Leben

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Hannah kam in der 29. Schwangerschaftswoche auf die Welt und wog nur 1160 Gramm. Ein normal geborenes Baby wiegt meistens über drei Kilo. Auf dem Foto ist Hannah bereits drei Wochen alt.

Rosenheim/Landkreis - Glückliche Eltern und ein properes Baby - nicht immer beginnt der Start ins Leben so rosig. Früh- oder Risikogeburten sind oft mit vielen Problemen verbunden.

Hilfe bietet das bayernweite Projekt "Harlekin", das seit dem 1. November 2006 auch an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Rosenheimer Klinikum besteht. Der Name setzt sich aus dem ersten Projekt im Münchner Klinikum Harlaching zusammen: "Harlachinger Eltern-Kind-Nachsorge". Im vergangenen Jahr wurden in Stadt und Landkreis 37 Kinder betreut, Tendenz stark steigend.

Die Zeit der "Anschubfinanzierung" ist seit Anfang diesen Jahres vorbei. Auch wenn sich das bayerische Familienministerium bereit erklärt hat, weiterhin einen Großteil der Finanzierung zu übernehmen, musste jedoch von der "Harlekin"-Nachsorge am Standort Rosenheim bereits ein Eigenanteil von zehn Prozent bereitgestellt werden. Damit ist "Harlekin" jetzt auf Spenden angewiesen und wird es wahrscheinlich in Zukunft noch viel mehr sein, vermutet Elke Gebauer, Koordinatorin des Projekts.

Die Kosten beliefen sich jährlich auf rund 60.000 Euro, so Gebauer: "Das ist viel Geld, und wenn es da einmal von staatlicher Seite aus keine Förderung mehr geben sollte, kommen auf uns schwere Zeiten zu." Dabei biete "Harlekin" wertvolle Hilfe - und das kostenlos. Nicht nur früh- oder risikogeborene Säuglinge und ihre Familien würden davon profitieren. Langfristig wirke sich die Arbeit auch positiv auf die Kostenentwicklung im Sozial- und Gesundheitswesen aus, da ein medizinisch nicht notwendiger Krankenhausaufenthalt in vielen Fällen verhindert werden könne.

Träger von "Harlekin" ist in Rosenheim die Nachbarschaftshilfe. Die Geschäftsräume befinden sich im Romed-Klinikum. Ein weiterer Kooperationspartner ist die Caritas.

2009 wurden 37 Kinder von den vier Mitarbeiterinnen des Projekts ambulant betreut. 18 dieser Kinder waren "Frühchen". Selbst ein Kind mit nur 720 Gramm Körpergewicht war dabei. Außerdem freuten sich auch drei Familien mit Zwillingen und eine Familie mit Drillingen über das Hilfsangebot. Die restlichen Familien wurden in der Regel auf Grund von Unsicherheiten im Umgang mit ihrem Nachwuchs betreut.

Im vergangenen Jahr wurden 193 Hausbesuche durchgeführt. Zusätzlich fand ein regelmäßiger telefonischer Austausch statt. Über 4000 gefahrene Kilometer waren notwendig, um alle betreuten Familien von Rosenheim aus zu erreichen. Und die Zahl der Einsätze steigt stetig an. Heuer wurden bereits im ersten Halbjahr so viele Familien betreut wie im gesamten Jahr 2009.

Hinter diesen Zahlen stecken unterschiedlichste Einzelschicksale. Gemeinsam haben alle Fälle, dass die "Traumvorstellung" einer schönen und unkomplizierten Geburt und der ersten Zeit danach nicht eintraf.

"Wenn ein Frühchen auf die Welt kommt, kann für die Eltern ihre bisherige Welt zusammenbrechen", erzählt die Projekt-Koordinatorin. So früh habe man eben nicht mit der Ankunft des neuen Erdenbürgers gerechnet. Manchmal sei noch nicht einmal das Kinderzimmer fertig eingerichtet und dann sei da noch die "kleine Handvoll Mensch", die so unendlich zerbrechlich wirke. Dazu käme der Anblick vieler Schläuche, mit der das Baby in der ersten Zeit versorgt werden muss: "Dieses Szenario kann schon sehr furchteinflössend sein."

Wenn dann der Tag der Klinik-Entlassung bevorstehe, fühlten sich Eltern oftmals überfordert - und genau da setze die Hilfe von "Harlekin" ein, stets mit dem Motto: "So viel wie nötig und so wenig wie möglich."

Bei ihren Hausbesuchen geben die Mitarbeiter wertvolle Tipps etwa im Umgang mit Überwachungsmonitoren. Oftmals gehe es aber auch um ganz alltägliche Fragen wie etwa: Was mache ich, wenn mein Kind nicht aufhört zu schreien? Was tun, wenn das Baby ständig spuckt? Wie komme ich bei Zwillingen auch selbst noch ein bisschen Schlaf?

Das Projekt ist keine Konkurrenz zur Arbeit der Hebammen, betont Gebauer. "Harlekin" beschränke sich auf die Betreuung von Früh- und Risikogeborenen und setze auf die sinnvolle Vernetzung mit anderen Angeboten.

Wer die Arbeit von "Harlekin" unterstützen will, kann man unter dem Stickwort: Kinderklinik "Rosenheimer Nachsorge" spenden, Sparkasse Rosenheim, Kontonummer 26, Bankleitzahl 71150000.

Karin Wunsam (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser