War dies der Schauplatz des Doppelmordes?

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Das Ferienhaus des Ehepaares in Aschau.
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  • Ramona Anner
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Rosenheim/Aschau - Die Hintergründe zum Doppelmord an dem Rosenheimer Ehepaar, dessen Leichen am Freitag in einem Waldstück gefunden wurden, bleiben weiter mysteriös. Nachbarn berichten:

Ein Nachbar des Ehepaares hatte am vergangenen Montag (9. Juni) noch beobachtet, wie Dr. Hans R. sein Ferienhaus in Aschau verließ. Nach den bisherigen Erkenntnissen, war es das letzte Mal, dass der Arzt lebend gesehen wurde. Am nächsten Tag hatte die Schwester von R. das Ehepaar dann als vermisst gemeldet. Danach ging es Schlag auf Schlag. In der Nacht zum Mittwoch (11. Juni) rückte die Polizei, mit Unterstützung von Spezial-Einsatzkräften, im Haus des Ehepaars in Kaltmühl an. Ein Nachbar hatte die nächtlichen Ereignisse beobachtet: "Zwei Polizisten waren im Garten - auf der Rückseite, gegenüber des Eingangs - und haben dort Wache gestanden. Über den Funkverkehr habe ich mitbekommen, dass sie von außen nach Einbruchspuren gesucht haben. Als nichts gefunden wurde, hat die Feuerwehr die Tür professionell aufgebrochen." Danach hätte die Polizei das Haus mit Taschenlampen durchsucht. "Der ganze Spuk hat rund eine Stunde gedauert." In Aschau seien am gleichen Tag die Hubschrauber gekreist, wie eine Nachbarin berichtet. Dabei fand die Polizei den leeren und unversperrten Wagen des Ehepaars auf dem Parkplatz der Festhalle.

Am Donnerstag (12. Juni) nahmen die Beamten dann das Ferienhaus von R. in Aschau unter die Lupe: "Die wollten auch vor meiner Haustüre parken. Ich habe sie aber weitergeschickt zum Kohlstadt-Parkplatz", so die Nachbarin. Anschließend habe die Polizei über eine Stunde das gesamte Grundstück und das Haus abgesucht. "Einige Beamten sind sogar mit Gewehren Spalier gestanden." Sie habe daraufhin die Polizisten gefragt, ob jemand ausgebrochen sei und sie besser die Türen absperren solle. "Es könne nie schade, seine Türe abzusperren, haben sie zu mir gesagt“, berichtet die Nachbarin. Am Freitag klingelten dann Kripo-Beamte an ihre Haustüre, zeigten ihr Fotos des verschwundenen Ehepaares und fragten sie, ob sie etwas beobachtet habe. "Ich konnte ihnen aber auch nur sagen, dass ich nichts gesehen habe." Zwischenzeitlich hatte die Ermittlungsgruppe "Amsel" - die sofort nach dem Verschwinden des Paares gegründet wurde – einen Durchbruch erzielt. Am Donnerstag (12. Juni) konnten sie einen 58-jährigen Mann aus dem Landkreis Rosenheim festnehmen, der als dringend tatverdächtig gilt. Am Freitag (13. Juni), kurz bevor die Polizei eine offizielle Vermissten-Meldung herausgeben wollte, packte er dann aus und erzählte den Beamten, wo die Leichen von Dr. Hans und Renate R. zu finden sind. Wenig später, gegen 16.30 Uhr, wurden die Beamten dann in einem Waldstück am Samerberg - zwischen Törwang und Eßbaum – fündig.

Rentner-Ehepaar umgebracht 

Die Obduktion am Samstag (14. Juni) ergab nun, dass das Paar "durch massive Gewalteinwirkung von außen gestorben war", so Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Doch weiter ins Detail gehen könne er nicht: "Weil der Tatverdächtige bislang noch kein Geständnis abgelegt hat, müssen wir wie in einem ungeklärten Mordfall ermitteln. Deswegen können wir das genaue Obduktions-Ergebnis nicht publik machen, weil das Täterwissen ist." Zudem sei vieles noch unklar in dem Mordfall: "Wir werden die Häuser des Ehepaares nochmal auf Spuren hin untersuchen." Zum Motiv und den Hintergründen der Tat hält sich die Polizei ebenfalls bedeckt: "Geld war wohl das Motiv", erklärte Frank Konrad, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Zudem könne man auch bestätigen, dass der 58-Jährige in einem Bekanntschafts-Verhältnis zu den Opfern stand. Aber viele Fragen bleiben offen: Wollte der Tatverdächtige gerade Geld vom Konto des Ehepaars abheben, als er festgenommen wurde? Ging dem Mord eine Entführung voraus? Und vor allem: Hatte der mutmaßliche Täter einen Komplizen?

Nachbarn sind geschockt

Für den Rosenheimer Nachbarn des Mediziners kamen die Ereignisse völlig unerwartet: "Ich kenne R. seit 40 Jahren und er hat nie mit jemandem Streit gehabt. Er hat sehr zurückgezogen gelebt. Ich bin mir sicher, dass es im Vorfeld keinen Streit oder massive Probleme gab. Das hätte er uns gesagt – wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis." Niemand in der Nachbarschaft habe sich so etwas vorstellen können, alle seien total erschüttert: "Wir leben in einer sehr konservativen, beinahe biederen Wohngegend. Hier leben vor allem ältere Leute und der Zusammenhalt in der Nachbarschaft ist sehr gut." Besonders erstaunen ihn die schrecklichen Ereignisse, weil der Tote ein so freundlicher und friedlicher Mann war: "R. hat sein ganzes Leben lang Leuten geholfen – beruflich und privat."

Leichenfund am Samerberg

Leichenfund am Samerberg

Leichenfund am Samerberg - 2

Quelle: rosenheim24.de

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