Vor und hinterm Wendelstein

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Gemeinsame Projekte vereinbart: Auf dem Bild sind unter anderem CAT-Geschäftsführerin Christina Pfaffinger und Sabine Floßmann, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Alpenregion Tegernsee- Schliersee zu sehen.

Landkreis - Bisher hat der Tourismusverband Chiemsee-Alpenland ausschließlich Kooperationspartner im Chiemgau gesucht. Nun schaut man sich auch woanders um: 

Erstmals gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Tegernsee-Schliersee. Erste gemeinsame Projekte sind bereits in Arbeit. Und die Partnerschaft soll weiter vertieft werden.

Die Gemeinsamkeiten sind unübersehbar zwischen den Tourismusverbänden Chiemsee-Alpenland (CAT) und Alpenregion Tegernsee-Schliersee. Beide wollen bei ihren Gästen in erster Linie mit landschaftlichen Schönheiten, mit Bergen und Seen punkten. Darüber hinaus gibt es mit dem Sudelfeld und dem Wendelsteingebiet eine geografische Überschneidung.

Für die CAT-Geschäftsführerin Christina Pfaffinger ist eine Zusammenarbeit deshalb nur logisch: "Man muss das Ganze aus der Sicht des Gastes sehen. Und der hat für unsere Verbandsgrenzen kein Verständnis." 2012 steht ein Termin an, der für beide Tourismusorganisationen wichtig ist: Die Wendelsteinbahn feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Ein Anlass für Pfaffinger, gezielt den Kontakt zu den Nachbarn auf der anderen Seite des Wendelsteins zu suchen. Sie rannte dort mit ihrem Vorstoß offene Türen ein.

So steht beim ersten gemeinsamen Produkt auch der Wendelstein im Mittelpunkt. Ab Sommer 2012 soll es ein gemeinsames Kombi-Ticket für die Bayerischzeller Seilbahn, die Brannenburger Zahnradbahn und die Buslinie rund um den Wendelstein geben. Gäste mit einem solchen Ticket können dann beispielsweise mit der Zahnradbahn von Brannenburg auf den Wendelsteingipfel fahren, von dort mit der Seilbahn nach Bayerischzell hinunter und schließlich mit dem Bus wieder zurück. Ergänzt wird das Ticket durch gastronomische und kulturelle Angebote, etwa dem Eintritt in die "Tiefsee"-Ausstellung im Rosenheimer Lokschuppen. Für Pfaffinger ist das Projekt eine klassische "Win-win"-Situation, von der alle Seiten profitieren: "Unsere Übernachtungsgäste finden am Tegernsee genauso interessante Ziele wie die Tegernseer Gäste bei uns."

Eine weitere Klammer, die beide Regionen miteinander verbindet, ist das Thema Elektrofahrrad. Sowohl die Rosenheimer wie auch die Tegernseer werden sich im kommenden Jahr dem "Movelo"-System anschließen. Ziel ist es, ein flächendeckendes Netz von Fahrradstationen und Stützpunkten aufzubauen, in denen Touristen, die auf Fahrrädern mit elektrischem Rückenwind unterwegs sind, Räder entleihen oder zurückgeben können, technischen Service erhalten oder leere gegen volle Akkus tauschen können. "Wir schaffen damit ein einheitliches System, von dem am Ende der Gast profitiert", ist Pfaffinger überzeugt. Damit sei man Teil der "Movelo"-Kette, die vom Bodensee bis nach Berchtesgaden und ins benachbarte Österreich reicht.

Weitere Projekte sind laut Pfaffinger bereits in Planung, etwa im Bereich Gesundheit, wo es weitere Gemeinsamkeiten gibt.

Mit dem Traunsteiner Chiemgau-Tourismusverband gibt es schon seit Jahren eine enge und bewährte Kooperation im Marketing. Gemeinsame Messeauftritte gehören ebenso dazu wie Broschüren, die zusammen erstellt werden, etwa zum "Radeln um den Chiemsee" und zum Thema Camping. Ein gemeinsames Merian-Heft ist ebenfalls in Vorbereitung.

Pfaffinger sieht den Rosenheimer Tourismusverband mit diesen Kooperationen auf dem richtigen Weg. Dem erst im Januar 2010 gegründete CAT gehören zwar alle 46 Städte und Gemeinden des Landkreises sowie die Stadt Rosenheim an. Für die Vermarktung des touristischen Angebots ist das aber immer noch zu klein. "Das Agieren in größeren Einheiten ist eine wichtige Voraussetzung, um auf dem Markt bestehen zu können", sagt Pfaffinger.

Klaus Kuhn/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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