Hochbegabung: Abitur im Schnelldurchgang

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Christopher Gack gestern auf dem Weg in die Vorlesung an der TU München: Lineare Algebra stand am Vormittag auf dem Programm. "Mathe mochte ich immer schon ganz gern", erklärt der 16-Jährige. Dennoch entschied er sich, zunächst einmal Physik zu studieren.

Rosenheim/München - Sein Abitur hat Christopher Gack im Schnelldurchgang absolviert. Schon als Achtjähriger kam er aufs Gymnasium und legte schließlich mit 16 Jahren ein Einser-Abitur hin.

Dabei hat der 16-Jährige, der jüngste Abiturient, den das Karolinen-Gymnasium in Rosenheim je hatte, "noch nie ernstzunehmend gelernt"; höchstens mal einen halben Tag vor den Abschlussprüfungen. "Doch da werde ich mich wohl umstellen müssen", glaubt er.

Denn seit voriger Woche studiert der Kolbermoorer Physik an der Technischen Universität München (TUM) und will dort im Rahmen des Projekts "Two in One" bis Herbst die ersten beiden Semester durchziehen, um im Winterhalbjahr gleich ins dritte Fachsemester einzusteigen.

Schon im Kindergarten konnte der Sohn eines selbstständigen Kaufmanns und einer Diplom-Betriebswirtin lesen und schreiben. Dementsprechend langweilte sich der Bub in der ersten Klasse recht schnell und wechselte zum Halbjahr in die zweite. Das gleiche Spiel wiederholte sich in der dritten Klasse; und noch heute ist Christopher dem damaligen Schulleiter der Kolbermoorer Grundschule, Joachim Laxy, dankbar, der den Sprung in die Übertrittsklasse ermöglicht hatte.

Christopher Gack an der TU München.

Eineinhalb Jahre pendelte Gack dann nach München ans Asam-Gymnasium, wo damals eine Pilotklasse fürs G8 eingerichtet worden war. Mit der landesweiten Einführung des achtjährigen Gymnasiums wechselte er schließlich ans Karolinen-Gymnasium - und landete wegen des Sprungs von der siebten in die neunte Klasse doch wieder im G9. Anders als in der Grundschule spielte der Altersunterschied im Gymnasium zu seinen um mehrere Jahre älteren Klassenkameraden kaum ein Rolle. Manche hätten sich anfangs zwar gewundert, aber "irgendwann war das ganz normal."

Für seine Steilkarriere hat der stets freundliche, eher schüchtern wirkende junge Mann eine einfache Erklärung: "Ich kann mir sehr viel sehr gut merken." Und wenngleich ihm eigentlich alle Fächer gefallen haben, war sein Favorit von jeher die Mathematik. Dennoch schien ihm ein Physik-Studium sinnvoller; wobei er diesem möglicherweise den Master in einem wirtschaftswissenschaftlichen Fach hinterherschicken will.

Pünktlich zum Semesterbeginn hat der frischgebackene Student auch eine eigene Bude in Giesing bezogen - in einem Alter, in dem viele nicht einmal ein Spiegelei zu braten oder eine Kaffeemaschine zu bedienen wissen. Indes stellt der eigene Hausstand für den ungewöhnlich begabten Jugendlichen, der wie viele seiner Altersgenossen mit Vorliebe in Fantasy-Romanen und Thrillern schmökert und sich am Computer durchaus auch mit "sinnlosen Dingen" beschäftigt, kein Problem dar: "Die Selbstverwaltung werde ich schon hinbekommen. Außerdem koche ich ganz gerne." Dass er an der Uni mit Abstand der Jüngste ist, macht ihm ebenfalls nichts aus: "Es ist schon ein bisschen komisch, aber ich lerne hier ja ständig neue Leute kennen."

Doch auch seiner Schwächen ist sich der sympathische 16-Jährige durchaus bewusst: "Ich bin manchmal vielleicht etwas zu pedantisch."

pil/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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