Februar-Sitzung des Stadtrats an der Salzach

Burghausen: "Weil eine Hochschule zu uns passt!"

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Burghausen - Ein Krankenhaus zählt zur Grundversorgung, eine Hochschule darf man sich leisten: Eine Entscheidung zwischen beiden Einrichtung kommt für die Salzach-Stadt nicht in Frage.

Bereits 1993 hatte sich die Stadt zum ersten Mal als Hochschulstandort beworben, erinnert sich Hans Steindl bei der Februar Sitzung des Stadtrats am Mittwoch im Helmbrechtsaal in der Burghauser Altstadt. In den Folgejahren seien dabei mehrere Gutachten entstanden, die sich mit unterschiedlichen Modellen beschäftigten, unter anderem auch mit einem grenzübergreifenden Standort. In den vergangenen Wochen und Monaten flammten die Diskussionen wieder auf. Der Stadtrat und allen voran der Bürgermeister sehen die Salzach-Stadt bereit für eine eigene Hochschule.

Hochschule oder Krankenhaus? Beides!

Die Finanzierung des Kreiskrankenhauses, die in der Vergangenheit ins Wanken geraten ist, sei ganz klar Sache des Landkreises, so Steindl am Mittwoch. Da die medizinische Grundversorgung jeden Bürger im Landkreis betreffe, müsse die Finanzierung auch im Landkreishaushalt berücksichtigt werden.

Eine Hochschule in Burghausen könne man sich leisten, so der Bürgermeister, die Bildungseinrichtung sei schließlich eine Chance aber auch ein Privileg für die Stadt. Eine Gefährdung durch andere Projekte finde hier nicht statt. Die Umsetzung der geplanten Außenstelle der FH Rosenheim könne an drei möglichen Orten stattfinden. In der aktuell noch sehr frühen Phase der Planung würden in der Stadtverwaltung derzeit noch viele unterschiedliche Modelle, zum Beispiel auch eine Privatfinanzierung der Einrichtung, diskutiert. Warum man die gehobene Bildungseinrichtung an der Salzach haben will: "Weil eine Hochschule zu uns passt", so Steindl selbstbewusst.

Deutliche Worte aus dem Gremium

Besonders die Synergieeffekte mit dem geplanten TU Standort in Raitenhaslach würden für Burghausen zahlreiche Vorteile für die künftige Entwicklung des Bildungsstandorts bringen, so die einhellige Meinung der Stadträte. "Das ist ideal", fügte Steindl dabei kurz hinzu. Den aktuellen Vorstoß von Landrat Erwin Schneider, den Bürgerentscheid zu den Kreiskliniken an die Frage des Hochschulstandorts zu koppeln, konnte das Gremium jedoch nicht nachvollziehen.

Man gab zu bedenken, dass Burghausen seit dem Jahr 2005 rund 244 Millionen Euro an Kreisumlage gezahlt habe. Bis zum Jahr 2018 sollen voraussichtlich nochmal 86 Millionen Euro dazu kommen, was zu einer Summe von 330 Millionen Euro führe, ein Durchschnitt von 23,6 Millionen Euro in 14 Jahren. "Damit trägt die Stadt Burghausen ganz wesentlich zur finanziellen Ausstattung des Landkreises bei."

Auch Bürgermeister Hans Steindl verwies darauf, dass die Stadt und nicht der Landkreis in der Vergangenheit für die Anliegen der Nachbargemeinden in die Bresche gesprungen sei. Egal ob bei der Diskussion um den Gasthof Gruber, der drohenden Schließung des Freibads in Burgkirchen oder die Aufstellung der Bebauungspläne in der Gemeinde Haiming, man fühle sich in der Landkreisgemeinschaft aufgehoben und werde auch in Zukunft für seine Nachbarn da sein. Steindl bezog somit klar Stellung zum Krankenhaus aber auch zur geplanten Hochschule.

Burghausen an die Spitze 

Viel wichtiger aber sei es, in den kommenden Monaten die Planungen weiter voranzutreiben. "Wir wollen die Stadt an die Spitze bringen", so Steindl weiter. Ein entsprechendes Raumprogramm für die Hochschule, eine anschließende Gestaltung der Gebäude, die Auswahl der technischen Einrichtung aber vor allem die Verzahnung mit der Wirtschaft für das duale Studium sollen dabei Schritt für Schritt realisiert werden. "Wenn der Betrieb bereits im Wintersemester 2016 beginnen soll, müssen wir auch mit Provisorien arbeiten", so Steindl abschließend. "Die Debatte um die Hochschule beginnt jetzt." 

  

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © pa/dpa

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