"Extremes Unwetter"

Aus Stauseen wird Wasser abgelassen

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Land unter ist in weiten Teilen Bayerns - und es soll am Wochenende weiterregnen...

München  - Der anhaltende Regen hat in Teilen Bayerns die Hochwasserlage verschärft und für Überschwemmungen gesorgt. Das Umweltministerium richtete am Freitag einen „Arbeitsstab Hochwasser“ ein.

Dieser ordnete an, Wasser aus Stauseen abzulassen, um Platz für neue Wassermassen am Wochenende zu schaffen. An der Autobahn 73 zwischen Forchheim und Coburg in Oberfranken wurden nach Polizeiangaben Sperren aufgestellt, weil die Fahrbahn überflutet war. Zahlreiche Keller liefen voll, in Ebensfeld (Landkreis Lichtenfels) mussten einige Menschen ihre Häuser zeitweise verlassen, weil Wasser eingedrungen war.

Der Hochwassernachrichtendienst meldete am Weißen Main und an der Altmühl örtlich die höchste Meldestufe vier. An zahlreichen weiteren Messstellen war es Stufe drei. Vor allem in Franken und dem Alpenraum hatte es von Donnerstagabend an stark geregnet. An einigen Orten fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mehr als 70 Liter pro Quadratmeter an nicht einmal einem Tag. Und es geht so weiter: „Diese Dauerregenfälle halten bis zum Wochenende an“, sagte ein DWD-Meteorologe in München.

Bilder vom Hochwasser in Bayern

Hochwasser in Bayern: Katastrophenalarm und Dauereinsätze

Besonders nass werde es im Süden - hier warnte der DWD vor extremem Unwetter. Der „Arbeitsstab Hochwasser“ ordnete deshalb an, aus oberbayerischen Stauseen Millionen Kubikmeter Wasser abzulassen, um Platz für die am Samstag erwartete Welle zu schaffen.

Die Schifffahrt auf dem Main stand wegen der hohen Pegelstände weitgehend still. In Würzburg wurde sie dem Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt zufolge am Morgen eingestellt. „Im Laufe des Tages wird das Wasser weiter steigen, so dass die Schifffahrt auf dem gesamten Main zwischen Bamberg und Aschaffenburg nicht mehr möglich sein wird“, sagte Amtsleiter Heinrich Schoppmann. Etwa 35 Schiffe warteten auf dem Main bei Würzburg auf die Weiterfahrt.

Fränkische Bauern beklagten die Zerstörung von Teilen ihrer Ernte wegen großer Wassermengen auf den Feldern. Etwa ein Fünftel der Pflanzen auf den Äckern im Gemüseanbaugebiet Knoblauchsland bei Nürnberg sei „ersoffen“, sagte der Vorsitzende des örtlichen Gemüseerzeuger-Verbandes, Michael Brückner.

Laut dem Umweltministerium lief das Hochwasser in Franken bislang ohne größere Schäden ab. Alle Talsperren seien in Betrieb und würden helfen, die Wassermassen zwischenzuspeichern.

Fast zum Verhängnis geworden wäre der angeschwollene Main 13 Kanufahrern bei Bamberg. Zwei Boote kenterten - sechs Menschen kamen mit Hautabschürfungen und Prellungen vergleichsweise glimpflich davon. Ein 50-Jähriger trieb zunächst ab, konnte aber mit einer Gehirnerschütterung geborgen werden, teilte die Polizei mit. Wenige Kilometer weiter nahe Pottenstein (Landkreis Bayreuth) stürzte ein etwa ein mal ein Meter großer Felsbrocken auf die Bundesstraße 470. Verletzt wurde niemand.

Folgende Regenmengen sind für die nächsten Tage in Bayern möglich:

  • Niederbayern: 50 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter
  • Oberbayern: 50 bis 130 Liter Regen pro Quadratmeter
  • Alpenrand: 80 bis 150, lokal bis 180 Liter Regen pro Quadratmeter

Österreich

  • Norden: 60 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter
  • Westen: 90 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter
  • Osten: 70 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter
  • Süden: 50 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter

Schweiz

  • Norden: 40 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter
  • Westen: 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter
  • Süden: 10 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter
  • Alpenrand: 80 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter

Die weiteren Aussichten für Bayern

Laut ofifziellem Hochwasserlagebericht Nr.7 vom 31.05.2013, 8.00 Uhr : "Gemäß Vorhersagen sollen sehr hohe Regenfälle von Samstag auf Sonntag entlang der Alpen und im Osten Bayerns von den Alpen über den Bayerwald bis zum Erzgebirge fallen. Diese führen in den betroffenen Gebieten, vor allem den südlichen Zuflüssen zur Donau und im Regen und Naabgebiet zur Verschärfung der Hochwasserlage."

lby

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