Leiche in Sozialwohnung entdeckt

Der „Höhlenmensch von Pentling“ ist tot

Pentling - Der „Höhlenmann von Pentling“ ist gestorben. Die Leiche des 65-Jährigen wurde in einer Sozialwohnung gefunden. Der Mann hatte zuvor in einer Höhle oberhalb der Donau gelebt. 

Er schlief nicht einmal zwei Monate lang in ein Bett, und in einem Haus mit Ziegelmauern. Und nicht wie früher in seiner Höhle. Nun ist er tot, der Höhlenmensch von Pentling. Am Montag wurde der 65-jährige Johannes, der einige Monate in einer schwer zugänglichen Felsenhöhle über dem Donautal bei Pentling (Kreis Regensburg)) gelebt hatte, tot in einer Sozialwohnung aufgefunden. Es soll sich um einen natürlichen Tod handeln. Johannes wurde am 21. Dezember in der Höhle entdeckt und schnell deutschlandweit bekannt. Kurz vor Weihnachten zog er dann in die Sozialwohnung.

Doch es gibt auch eine Vorgeschichte zu seinem Höhlenleben: Im Herbst 2014 hatte ihn seine damals schwangere, viel jüngere Frau als vermisst gemeldet. Der Mann, der ursprünglich auch aus Pentling stammte und sich deswegen sehr gut in der Gegend im Donautal auskannte, war zuvor unvermittelt aus der Wohnung in Münster (Nordrhein-Westfalen) verschwunden. Doch nach dem überraschenden Wiederauftauchen von Johannes wollte die Frau keinen Kontakt mehr zu ihm. „Schließlich habe ich zwei Jahre lang vergeblich auf ein Lebenszeichen gewartet.“

Die Höhle, die sich Johannes nach seinem Geschmack dekoriert hatte, finden eigentlich nur Ortskundige. Als seine Tarnung aber aufgeflogen war, schilderten ihn Polizisten als „gepflegt und für die Umstände topfit“. Er habe sich, so sagte Johannes später, von Waldfrüchten und Pilzen ernährt. „Zum Einkaufen ging ich in die Pentlinger Supermärkte.“ Das Geld dafür bekam er durch Flaschensammeln. So vier bis sechs Euro pro Tag kamen da zusammen – genug, um auch in der Fernfahrerdusche von OMV sich der Ganzkörperreinigung hinzugeben. Doch richtig gesund war Johannes nicht. Er hatte Schlaganfälle zu verkraften. „Jetzt bin ich gesundheitlich wieder hergestellt“, sagte er dennoch. Zumal er durch das Höhlenleben sein Gewicht von 96 auf 68 Kilo reduziert hatte. Wo er nun seine letzte Ruhe findet, ist unklar, Das Elterngrab am Dorffriedhof ist aufgelöst. Hier ruhte auch sein Bruder Edgar, der im Alter von elf Jahren unweit der Höhle abgestürzt war. 

mc/ed

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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