Auswirkungen des jüngsten Stellenabbaus

Kathrein-Belegschaft "stark verunsichert"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
  • schließen

Rosenheim - Stellenabbau in der Produktion: In Rosenheim fallen 300 Arbeitsplätze weg, das Werk in Nördlingen mit 700 Beschäftigen wird ganz geschlossen. Wir haben bei der Gewerkschaft IG Metall angefragt.

Jochen Hafner von der Gewerkschaft IG Metall über die Lage bei der Kathrein KG. 

Das Vertrauensverhältnis zur Geschäftsführung sei angespannt, viele Arbeitnehmer in Rosenheim seien mittlerweile "sehr stark verunsichert", so der erste Bevollmächtigte der IG Metall, Jochen Hafner, auf Anfrage von rosenheim24.de. "Viele fragen sich: Wie geht es weiter?", weiß Hafner.

Weiterer Stellenabbau nach Werkschließung in Nördlingen?

Wie im September berichtet, fallen in Rosenheim 300 Stellen in der Produktion weg. Ob die Werksschließung in Nördlingen, die am vorherigen Dienstag völlig überraschend verkündet wurde, weitere Auswirkungen etwa auf Stellen in der Verwaltung in Rosenheim haben wird, ist unklar. "Es gibt keinerlei Hinweis darauf und keine Aussage von der Geschäftsführung dazu". Derzeit geht die Gewerkschaft von den lediglich 300 Stellen aus, die abgebaut werden. Das sei die Zusage der Geschäftsführung.

Enormer Preisdruck im globalen Wettbewerb

In einer Pressemitteilung begründete das Unternehmen den Stellenabbau mit einem überraschenden Markteinbruch und einem Preiskampf in der Branche. "Die Lohnkosten in Deutschland waren das Zünglein an der Waage", sagte Firmenchef Anton Kathrein jun. zudem der dpa. 

Dieser Argumentation kann Hafner mit Blick auf den asiatischen Markt in Korea und China folgen. "Es ist ein wahnsinniger Preisdruck", so Hafner. Die Technik wandle sich so rasant, dass eher auf billigere Modelle gesetzt wird, statt auf mehr Qualität, weil es möglicherweise sowieso kurz danach wieder ein Nachfolgemodell gibt.

Jedoch gibt der Gewerkschaftsvertreter auch zu bedenken, dass der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Generationswandel in der Geschäftsführung, nach dem Tod von Anton Kathrein im Jahr 2012, und den umfassenden Veränderungen in den Produktionsabläufen durchaus Spekulationen zulasse. "Man kann nie ausschließen, dass der Markt in der Vergangenheit verpennt wurde", so Hafner. Es seien jedenfalls "komische Zufälle".

Möglichst sozial verträglicher Stellenabbau

Für das Rosenheimer Werk, als "das Herz der Kathrein-Gruppe", hofft Hafner darauf, dass ein Großteil der 300 Betroffenen über das Altersteilzeit-Modell, die Transfergesellschaft mit Qualifizierungsmaßnahmen für den ersten Arbeitsmarkt, sowie Abfindungszahlungen sozial verträglich aufgefangen werden. Darauf hatten sich Geschäftsführung und Betriebsrat verständigt.

Auch habe man überprüft, wo betriebsintern bereits an Fremdfirmen outgesourcte Stellen, etwa in der Reinigung, Grünflächenpflege oder an der Pforte, mit eigenen Beschäftigten besetzt werden können.

mg

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser