„ilbi“–ein EU-Projekt mit Zukunftsperspektiven

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim - Die Hochschule Rosenheim hat in einem grenzüberschreitendem Projekt im Rahmen der EU-Förderprogrammes ein multimediales Informationssystem geschaffen.

„Mit ´ilbi` haben Stadt und Landkreis Rosenheim auf bayerischer Seite gemeinsam mit der Hochschule Rosenheim echte Produktentwicklung betrieben“, freute sich Rosenheims Bürgermeister Anton Heindl bei der Abschlussveranstaltung des zu 60 Prozent aus EU-Mitteln geförderten IT-Projektes „integrated local based information“ wobei ortsabhängige Informationen den Nutzern intelligent zur Verfügung gestellt werden.

In grenzüberschreitender Zusammenarbeit wurde gemeinsam mit Projektpartnern in Innsbruck im Rahmen des EU-Förderprogramms Interreg IVa in den letzten drei Jahren ein individuell anpassbares mobiles, multimediales Informationssystem geschaffen. Es bietet vielfältige Möglichkeiten und kann, im Gegensatz zur reinen GPS-Navigation, nicht nur im Außenbereich, sondern auch in geschlossenen Räumen eingesetzt werden.

„Ziel des ilbi-Projektes war die Entwicklung eines einfachen, benutzerfreundlichen, automatisierten, innovativen und multimedialen Bürger-, Touristen und Gästeinformationssystems“, so Prof. Dr. Kurt Promberger vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus, Innsbruck.

Besonders erfreulich: „die Grundidee von ´ilbi` lebt bereits jetzt in anderen Projekten weiter: Zum Beispiel bieten sich Einsatzmöglichkeiten im Gesundheitsbereich oder um älteren Menschen das Leben zu erleichtern. Auch bei der Besucherstromanalyse auf der ISPO hat das System schon gute Dienste geleistet.“, so Promberger. Bisher wurde ´ilbi` in Innsbruck jedoch vor allem als Touristeninformation eingesetzt.

„Man läuft mit einem RFID-Chip (Radio Frequency Identification) – einer kleinen Antenne - durch die Stadt und bekommt an besonderen Stellen mittels SMS Informationen zum Beispiel über Gebäude oder Geschichte, aber auch über Wirtshäuser und Geschäfte aufs Handy übermittelt.“, erklärte Magister Hannes Berger den Einsatz von ´ilbi` in Innsbruck.

Alles, was die Nutzer benötigen, um diese Standortinformation zu erhalten, ist ein kleiner RFID-Chip und ein Handy. Insgesamt wurden in der Landeshauptstadt während der letzten drei Jahre 23.984 SMS an insgesamt 988 User verschickt. Zum Einsatz kam ´ ilbi ` auch im Rahmen eines Tests am „Handelsweg Inn“. An speziellen Standorten wurden die Nutzer auf ihrem Weg von Rosenheim nach Innsbruck zum Beispiel über interessante Bauwerke oder die Klostergeschichte informiert.

In Bayern wird der ´ilbi` - Gedanke noch ergänzt durch den Einsatz von kleinen Bildschirmgeräten, sog. PDAs, die eine GPS-und RFID-gestützte Nutzung von Video-Informationen ermöglichen. Eine erste Auswertung der Nutzerakzeptanz ist laut Rosenheimer Mitinitiator Prof. Dr. Roland Feindor überaus positiv. Schulnotenbewertung ergab 1,0 bis 1,7 für Rosenheim und 1,4 bis 2,0 für Neubeuern.

Besonders gut kommt bei den Gästen die lebendige Informationsweise durch „richtige Gästeführer“ an, die per Video den Geologierundweg in Neubeuern oder den Rosenheimer Altstadtrundgang spannend und mit Geschichten angereichert erklären. Probleme gab es ab und zu noch bei der GPS-Ortung im Altstadtbereich.

Auszuleihen sind die Mobilen Multimedia-Führer auch weiterhin kostenlos bei den Tourist-Infos in Neubeuern und Rosenheim.

Claudia Sieberath

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser