Jugendlichen aus der Schuldenfalle helfen

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Rosenheim - Da immer mehr Jugendliche in die Schuldenfalle geraten, bietet die Schuldnerberatung ein Hilfeprogramm für Jungendliche an.

Die Schuldnerberatung für Jugendliche des Stadtjugendrings bietet Schulen, Vereinen und Verbänden ein, auf die jeweilige Situation zugeschnittenes, Programm zur Schuldenprävention an. Jugendliche werden damit auf den Umgang mit Finanzen vorbereitet und über die Tücken der Konsumindustrie informiert. Die Finanzführerscheinprüfung ist dafür beispielhaft und wurde bereits an 5 Schulen mit 18 Klassen und knapp 500 Schülern durchgeführt. Außerdem können junge Erwachsene, die in die Schuldenfalle geraten sind, eine auf den Einzelnen abgestimmte Beratung, Unterstützung und Hilfe erhalten. Eine Beratungsmöglichkeit ohne Voranmeldung findet jeden Montag von 17.00 bis 19.00 Uhr in der Rathausstr. 24, im Lokschuppen statt.

„Alleine im letzten Jahr stieg die Zahl der überschuldeten Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 20 Jahren um fast 40%. Das ist ein Alarmsignal, das kann so nicht weitergehen, da müssen wir etwas unternehmen und unser Angebot noch weiter ausbauen!“, meint Stefan Keßler, Sozialpädagoge und Schuldnerberater beim Stadtjugendring. Die Zahlen der Statistik im Schuldneratlas 2010 von Creditreform bestätigen einen steigenden Trend. Zwischen 2004 und 2010 hat sich die Zahl der unter 20-jährigen Schuldner um 272 % auf fast 200.000 Betroffene erhöht. Creditreform fordert, dass die Förderung der Finanzkompetenz verstärkt auf die politische Agenda gehört. Der Stadtjugendring trägt diesem Sachverhalt Rechnung und bietet ein attraktives Programm an. So wurde beispielsweise an verschiedenen Rosenheimer Schulen für den Finanzführerschein gelernt. Schülerinnen und Schüler achter Klassen legten eine Finanzprüfung, die der echten Führerscheinprüfung nachempfunden ist, ab. In diesen Unterrichtseinheiten können die Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen im Bereich Finanzen zusammentragen. Stefan Keßler unterstützt die Jugendlichen bei der Auswertung, ergänzt das Wissen der Schüler und bereitet sie auf die Prüfung vor.

Thematisiert werden ein übersteigertes Konsumbedürfnis sowie aggressives Marketing von Unternehmen der Konsumgüterindustrie und Banken. Auch Onlineeinkäufe und das Kleingedruckte bei Handyverträgen, die häufig in eine Schuldenfalle führen können, sorgen bei den Schülern für Diskussionsstoff. Die Zukunftsvision, das Verlassen des Elternhauses und der Bezug einer eigenen Wohnung, ist ein Thema, für das die Jugendlichen Lösungen im finanziellen Bereich finden müssen. Es entstehen verschiedene Haushaltsmodelle, die deutlich machen, wie ein junger Mensch mit einem bestimmten Einkommen gut über die Runden kommt.

Die Jugendlichen sind nach der Prüfung bestens für ein Leben ohne Schulden geschult, sie kennen die Gefahren und Schuldenfallen, die in der heutigen Gesellschaft lauern. Sie wissen, dass mit Ratenkrediten und Kreditkarten leicht Geld für den nächsten Urlaub oder für einen neuen Flachbildschirm ausgegeben werden kann, ohne vorher gespart zu haben. Außerdem lernen sie, dass auf diese Art und Weise schnell der Überblick über die Kosten verloren gehen kann. Stefan Keßler vom Stadtjugendring meint: „Das Projekt Finanzführerschein an den Schulen trägt dazu bei, dass Jugendliche lernen mit dem Geld, das sie zur Verfügung haben, auch vernünftig zu wirtschaften. Der Finanzführerschein vermittelt das dazugehörige Wissen, den Alltag ohne Schulden und dafür mit mehr Lebensqualität zu gestalten“.

Das Programm wird bisher finanziell vom Oberbayrischen Volksblatt, dem Bayrischen Jugendring, dem Förderverein Jugendarbeit Rosenheim, der Spardabank und der Volksbank Raiffeisenbank Mangfalltal-Rosenheim unterstützt. Um den Finanzführerschein an allen Schulen, die es wollen, durchzuführen, sucht der Stadtjugendring dringend noch weitere Sponsoren.

Schulen und andere Einrichtungen sowie Unterstützer, die sich für den Finanzführerschein interessieren, können nähere Informationen unter der Tel. Nr. 08031 / 94138-20 oder per Mail an kessler@stadtjugendring.de erhalten.

Stefan Keßler/Stadtjugendring

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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