Internet als Konkurrenz zur CD 

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Manchen ist es nicht mehr so wichtig, die CD in Händen zu haben. Viele geben sich mit dem virtuellen Besitz der Musiktitel zufrieden.

Rosenheim - Auf der Funkausstellung vor 30 Jahren in Berlin präsentierten die Unternehmen Sony und Philips erstmals ihre neueste Erfindung:

Eine kleine glänzende Scheibe, mit der man Musik hören kann. Die Compact Disc (CD) war geboren. Kurze Zeit später trat die CD ihren Siegeszug um die Welt an.

Matthias Ecke, Geschäftsführer von Karstadt Rosenheim, erinnert sich gut an die damalige Begeisterung der Verbraucher. Obwohl die ersten CD-Player noch gar nicht auf dem Markt waren, ging die CD-Produktion in die Massenanfertigung. Vor allem durch den größeren Speicherplatz auf kleinerer Fläche konnte die CD überzeugen. Ihre Vorgänger, die 1896 erfundene Schelllackplatte und die Vinyl-Schallplatte, die ab 1948 für Musikunterhaltung im Wohnzimmer sorgte, konnten da nicht mithalten.

Von Mitte der 80er- bis Ende der 90er-Jahre boomte das Geschäft mit CDs. Nach 30 Jahren scheint das Zeitalter der Compact Disc sich jetzt langsam dem Ende zuzuneigen. Laut Matthias Ecke ist der gesamte Tonträgermarkt seit einigen Jahren massiv rückläufig. Onlineportale, auf denen Musikfreunde legal oder illegal Titel herunterladen können, stellen eine mächtige Konkurrenz dar. Der Konsument gibt sich mit dem virtuellen Besitz zufrieden. Das Gesamtkunstwerk des Künstlers, inklusive Booklet mit Fotos und Gedanken des Interpreten, interessiert immer weniger.

Heidi Möhlenbeck, Besitzerin des Schallplatten- und CD-Ladens Bebop in der Samerstraße, sieht den Kulturwert der Musik zurückgehen. Vielen gehe es beim Download der Musiktitel aus dem Internet nur noch um die pure Masse. Früher, so meint sie, war ein fester Teil des Taschengeldes für Musik eingeplant. Das gab ihr eine andere Wertigkeit.

Dennoch vertraut Heidi Möhlenbeck auf die CD. Wer sich in Ruhe hinsetze und das Album einmal von vorne bis hinten durchhöre, schenke schließlich der gekauften Musik viel mehr Aufmerksamkeit.

Qualität meist besser als bei Downloads

Vinco Vrabec, Leiter der Abteilung für CDs und DVDs im Media-Markt, sieht einen weiteren Vorteil der Compact Disc darin, dass ihre Klangqualität von Downloads kaum erreicht wird. Nur wenige Online-Musikanbieter stellen auch das WAV-Format zum Herunterladen zur Verfügung. Dieses biete als einziges die Qualität der CD.

Heidi Möhlenbeck und Vinco Vrabec rechnen damit, dass in Zukunft vermehrt Sammlerstücke über die Ladentheke gehen. Je geringer die Auflage, desto begehrter sei eine CD. Zudem gebe es ja auch noch jene, die Freitagmorgens, dem Tag, an dem die Neuerscheinungen in die Geschäfte kommen, schon vor der Tür warten.

Vor 30 Jahren verdrängte die CD die Schallplatte, nun verliert die CD an Bedeutung. Hingegen steigen seit Jahren wieder die Verkaufszahlen für den althergebrachten Tonträger aus schwarzem Vinyl. Vielleicht gelingt der kleinen glänzenden Scheibe ja auch die Kehrtwende.

Lisa Hekele (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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