Schleuser steigen auf Doppeldecker um!

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Irschenberg/Rosenheim – Schleierfahnder haben am Sonntag 85 unerlaubt eingereiste Syrer aufgegriffen. Die Flüchtlinge waren auf der A8 in einem angemieteten Doppeldeckerbus unterwegs.

Die Bundespolizei ermittelt nun gegen die Drahtzieher der Großschleusung.

Beamte der Rosenheimer Landespolizei kontrollierten den bis auf den letzten Platz besetzten Bus mit italienischer Zulassung auf Höhe Irschenberg. Schnell wurde klar, dass für alle Reisenden, einschließlich ihrer drei Busfahrer, die Fahrt vorzeitig beendet sein würde. Die 85 Insassen – syrische Flüchtlinge ohne Papiere – und ihre drei mutmaßlichen Schleuser italienischer Abstammung wurden an die Bundespolizei Rosenheim übergeben. Bei der Vernehmung gaben die italienischen Fahrer im Alter von 33, 47 und 50 Jahren an, dass sie von ihrem Chef den Fahrauftrag von Rom nach Koppenhagen erhalten hätten. Sie hätten die gesamte Gruppe in Rom am Bahnhof abgeholt. Daran sei grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Etwas verwundert wären sie nur gewesen, weil kein Reiseleiter zugestiegen sei.

Ersten Ermittlungen zufolge war der Bus bei einer renommierten italienischen Reisebusfirma angemietet worden, um die 85 Flüchtlinge zunächst bis nach Dänemark zu bringen. Laut den befragten Syrern galt Schweden als eigentliches Ziel der insgesamt 13 Familien. Für die Schleusung von Rom nach Koppenhagen hatten sie zwischen 550 und 1500 Euro pro Erwachsenen bezahlt. Unter den Flüchtlingen befanden sich 31 Kinder im Alter von wenigen Monaten bis 17 Jahren.

Die Bundespolizei schuf mit Unterstützung des Malteser Hilfsdienstes vorerst eine Übernachtungsmöglichkeit für die syrischen Staatsangehörigen, in der Turnhalle der Rosenheimer Bundespolizeiinspektion. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen leiteten die Beamten die Flüchtlingsfamilien an eine Aufnahmestelle in München weiter.

Schließlich durften auch die italienischen Busfahrer ihre Rückfahrt ins Heimatland antreten. Sie erwartet ein Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern. Gegen die Hintermänner der groß angelegten Busschleusung ermittelt die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung in München.

Pressemitteilung Bundespolizei Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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