Kein durchgängiger Wildschutzzauns auf der Rosenheimer Westtangente

So reagiert das Bauamt auf die Forderung der Jagdgenossen

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Kolmermoor/Pang - 35 Wildunfälle, das ist die Bilanz für das Jahr 2016 auf dem Teilstück der Westtangente von der Autobahn bis Schwaig. Dies wurde bei einem Treffen der Panger Jagdgenossen bekannt. Diese fordern das Straßenbauamt auf, den Wildschutzzaun zu komplettieren. Nun reagierte das Rosenheimer Bauamt: 

Update 12.13 Uhr: Pressemitteilung Staatliches Bauamt

Am 12.10.2015 wurde der erste Bauabschnitt der Westtangente Rosenheim für den Verkehr freigegeben.

Gemäß den für die Straßenbauverwaltung geltenden Richtlinien ist eine einbahnig, zweistreifige Bundesstraße wie die Westtangente Rosenheim im Regelfall nicht mit einem Wildschutzzaun auszustatten. Dieser kann aber bei erhöhter Wildunfallauffälligkeit im Einzelfall nachgerüstet bzw. mit vorgesehen werden, wobei wegen der fehlenden Erfahrung zunächst von einer Zäunung abgesehen wurde.

Nach Verkehrsfreigabe kam es Ende 2015/Anfang 2016 zu einer Reihe von Wildunfällen, so dass die Vertreter der Jagdgenossenschaft Pang und die Vertreter des Gemeinschaftsjagdreviers Aising die Errichtung von Wildschutzmaßnahmen gefordert und angeregt haben.

Daraufhin wurde im Rahmen einer gemeinsamen Besprechung am Staatlichen Bauamt Rosenheim am 13.01.2016 wurde zwischen den betroffenen Behörden (Stadt, Landratsamt, Polizei, Staatliches Bauamt Rosenheim), der Jagdgenossenschaft Pang (vertreten vom Jagdvorsteher und mehreren Pächtern) sowie dem Gemeinschaftsjagdrevier Aising verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Insbesondere auch deshalb, da die Jagdgenossenschaft Pang und das Gemeinschaftsjagdrevier Aising, die unmittelbar bzw. mittelbar vom Bau der Westtangente Rosenheim betroffen sind, hinsichtlich einer Zäunung sehr unterschiedliche Auffassungen hatten.

Basierend auf diesem gemeinschaftlichen Termin wurde dann als Kompromiss zur Sicherstellung des Wildaustausches über die Trasse hinweg die jetzig umgesetzte Lösung des Wildschutzzaunes beschlossen und umgesetzt. Dabei wurde auch vereinbart, dass die Wirksamkeit dieser Maßnahme über einen längeren Zeitraum beobachtet werden soll und dann gegebenenfalls weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Dieses Konzept wurde mit der Regierung von Oberbayern und der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr abgestimmt.

Im Februar 2017 wies die Jagdgenossenschaft Pang auf die erneut steigenden Unfallzahlen mit Rehwild hin weshalb sie die Schließung des bestehenden nicht gezäunten Teilabschnittes im Wildschutzzaun fordert.

Auch wenn die Zahl der polizeilich erfassten Wildunfälle in den nicht gezäunten Streckenabschnitten deutlich unter den von der Jagdgenossenschaft angeführten Unfallzahlen liegt, werden wir weiterführende Maßnahmen zum Schutz der Verkehrsteilnehmer und des Wildes in Betracht ziehen. Um dies fachlich abstimmen und etwaige Auswirkungen abschätzen zu können, wurden von uns die zuständigen Fachbehörden bei Stadt und Landratsamt sowie die Polizei angeschrieben und um die Abgabe einer Stellungnahme zu Art und Umfang der weiterführenden Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Wildunfälle an der Westtangente Rosenheim, Bauabschnitt 1, gebeten. Sobald uns die Stellungnahmen aller Fachbehörden vorliegen werden wir im Fall einer Befürwortung der Ergänzung des Wildschutzzaunes entsprechende bauliche Maßnahmen vorbereiten und durchführen.

Pressemitteilung Staatliches Bauamt Rosenheim

Erstmeldung 6.50 Uhr:

Bei der Versammlung der Jagdgenossen äußerten diese ihr Unverständnis darüber, dass die Straßenbaubehörde den Wildschutzzaun an der Westtangente bisher noch nicht komplettiert hat - das berichtet der Mangfall-Bote in seiner Dienstagsausgabe. 

Jagdpächter Stefan Fischbacher betonte in der Sitzung, dass er keinen einzigen Schuss abgeben müsse, um seine Abschussquote zu erfüllen: "Ich brauche gar nicht mehr zum Jagen hinaus, sondern räume nur noch die grässlich verstümmelten Rehe von der Straße".

Weil die Wildunfälle zudem ein Sicherheitsrisiko für Autofahrer darstellen, wollen sich die Jagdgenossen weiterhin für einen durchgehenden Wildschutzzaun einsetzen. Die Untere Jagdbehörde will dieses Vorhaben unterstützen, so der Mangfall-Bote weiter.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie auf ovb-online.de oder in Ihrem gedruckten Mangfall-Boten.

Lesen Sie auch unsere Serie zu Wildunfällen in der Region:

- Teil 1: Immer mehr Wildunfälle in der Region - was helfen kann

- Teil 2: Wieso man bei jedem Wildunfall die Polizei anrufen sollte

- Teil 3: Jäger warnt Autofahrer: Diese Straßen sind besonders gefährlich

- Teil 4: "Wir hatten Schiss": Leser schildern uns ihre Wildunfälle

Quelle: mangfall24.de

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