Angeblich härtestes Vorgehen gegen unwillige Leistungsempfänger in Deutschland

Rosenheimer Jobcenter dementiert Bericht der Bild-Zeitung

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Rosenheim - Der heutige Bericht der Bild-Zeitung, wonach das Rosenheimer Jobcenter 2016 am Härtesten gegen unwillige arbeitlose Leistungsempfänger vorgegangen wäre, entspricht nicht der Wahrheit. Das betonte dessen Geschäftsführer nun.

Update, 20.15 Uhr: Geschäftsführer widerspricht

Geschäftsführer Armin Feuersinger sagte Radio Charivari, es gäbe belegbar deutschlandweit andere Jobcenter, die eine höhere Quote an Sanktionen für Leistungsbezieher hätten.

Von 2370 erwerbsfähigen Leistungsbeziehern im Zuständigkeitsbereich wurden im berichteten Zeitraum bis Ende September 2016 nur etwa 6,7 Prozent sanktioniert. Das bedeute, 93,3 Prozent arbeiten gut mit dem Jobcenter zusammen und wurden nicht sanktioniert. Die Region habe außerdem einen sehr vielschichtigen Arbeitsmarkt und könne den Jobsuchenden viele Termine anbieten. 900 Menschen werde im Schnitt jährlich geholfen, die staatlichen Unterstützungen nicht mehr in Anspruch nehmen zu müssen, so Feuersinger weiter. 

Erstmeldung:

Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge hat das Jobcenter Rosenheim-Stadt in diesem Zeitraum in etwa gegen jeden 15. Hartz IV-Empfänger mindestens eine Strafe verhängt - zum Beispiel, weil eine Person Termine nicht wahr nahm oder die Aufnahme einer Arbeit verweigerte

Das entspricht einer Quote von 6,70 Prozent. Auf den Plätzen folgen laut Bild die Jobcenter Südwestpfalz (6,26 Prozent), Gotha (6,14 Prozent), Passau (6 Prozent) und Marzahn-Hellersdorf (5,89 Prozent). Die wenigsten Strafen wurden im Hochtaunuskreis (0,68 Prozent), Freising (0,87 Prozent) und Landshut (1,01 Prozent) verhängt.

Die Statistik zeigt laut Bild allerdings auch, dass deutschlandweit die Gesamtzahl der Sanktionen zurückgeht. Insgesamt wurden zwischen Januar und September 2016 knapp über 700.000 Sanktionen ausgesprochen. Das ist der niedrigste Wert seit 2011.

mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Montage)

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