Jugendhilfe präsentiert Ausbildungskonzept

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Der Messestand der DJHT beim Kinder- und Jugendhilfetag in Stuttgart

Stuttgart - Mit einem bundesweit einmaligen Trainee-Programm wollen die Träger der freien und öffentlichen Jugendhilfe in Stadt und Landkreis Berufseinsteiger in die Region locken.

Beim 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Stuttgart wurde das Ausbildungskonzept in dieser Woche erstmals einer breiten Fachöffentlichkeit präsentiert.

Zur Unterstützung auf Europas größtem Fachkongress zum Thema Kinder- und Jugendhilfe reisten Landrat Josef Neiderhell und Michael Keneder - er leitet in der Stadt Rosenheim das Dezernat Jugend, Soziales, Schule, Kultur und Sport - in die Landeshauptstadt Baden-Württembergs. In einem Podiumsgespräch, geleitet von Professor Dr. Mechthild Wolff, stellten beide die Situation der Jugendhilfe in der Region Rosenheim vor.

Einig waren sich sowohl Neiderhell als auch Keneder, dass es den Kindern grundsätzlich gut geht. Aus der Tatsache, dass überdurchschnittlich viele Alleinerziehende im Landkreis leben, folgt nach Angaben des Landrats, ein ebenfalls überdurchschnittliches Ganztagesangebot an Schulen und Kindertagesstätten.

Handlungsbedarf sieht Dezernent Keneder in der Stadt beim Thema Integration. Es gelte, die Ziele der sozialraumorientierten Jugendarbeit stärker darauf auszurichten, sagte Keneder. Man wolle versuchen, ganze Migrantenfamilien zu aktivieren. Landrat Neiderhell sieht gute Möglichkeiten für die Integration von Familien mit Migrationshintergrund: Unser Glück ist, dass wir in Stadt und Landkreis nur rund drei Prozent Arbeitslosenquote haben. Konkret benannte Neiderhell zudem zwei Projekte, in denen Schülerinnen und Schüler aufgrund der Begleitung von Paten den Schulabschluss schafften sowie Auszubildende, die nicht jeden Tag Lust hätten hinzugehen, durch ihre Ausbildungszeit begleitet würden. Keneder ergänzte, dass die Jugendarbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren immer geringer geworden sei.

Wichtig war Keneder der Hinweis, dass das Vertrauen zwischen öffentlichen und freien Trägern wirklich die Basis der erfolgreichen Zusammenarbeit sei. Das Trainee-Programm zeige, was entstehen könne, wenn dieses Vertrauen vorhanden sei. Landrat Neiderhell hofft, dass durch dieses Programm junge Leute in die Region kommen, um zukünftig Ansprechpartner für junge Familien sein zu können.

Die Moderatorin Professor Dr. Mechthild Wolff, die an der Hochschule Landshut Pädagogik lehrt und unter anderem Mitglied des runden Tisches Kindesmissbrauch der Bundesregierung war, nannte die Zusammenarbeit zwischen freien und öffentlichen Trägen wirklich modellhaft. Mit Hilfe des Vertrauens gelinge es, Mehrwert zu schaffen, so Wolff.

Das Trainee-Programm für Berufseinsteiger in der Jugendhilfe wurde gemeinsam von der Caritas, der Diakonie Jugendhilfe Oberbayern, Startklar Schätzel, dem Kreisjugendamt sowie dem Stadtjugendamt entwickelt. Laut Johannes Fischer, dem Leiter des Kreisjugendamtes, haben Hochschulabgänger die Möglichkeit, in den ersten zwei Jahren, neben dem Bereich, in dem sie angestellt sind, noch in drei weiteren Bereichen zu hospitieren. Dies bringe eine deutliche Erweiterung der beruflichen Erfahrung, so Fischer, außerdem gewinne die Jugendhilfe insgesamt. Heinz Schätzel von Startklar Schätzel erhofft sich durch das attraktive Trainee-Programm eine Sogwirkung in die Region.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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