Studios in Bruckmühl und Kolbermoor hatten am Montagabend wieder offen

Kampfsportschule Kornhass: „Es reicht! Genug ist genug! Wir werden wieder öffnen!“

Ungeachtet des Öffnungsverbotes aufgrund der geltenden Corona-Maßnahmen, hat die Kampfsportschule Kornhass ihre zwei Studios in Kolbermoor und Bruckmühl am Montagabend, 11. Januar, wieder eröffnet.

Update, 21.51 Uhr - Trotz Verbot: Kampfsportschule Kornhass öffnet Studios


Am Montagabend war es tatsächlich so weit. Die Kampfsportschule Kornhass hat ihre beiden Studios in Bruckmühl und Kolbermoor entgegen des geltenden Verbotes wieder geöffnet. Viele Mitglieder nahmen dieses Angebot dankend an und konnten sich körperlich austoben. Doch nun drohen empfindliche Strafen. mangfall24.de war mit dabei und hat sich mit den Betreibern und Kunden unterhalten. Den entsprechenden Artikel lest ihr am Dienstag auf unseren 24-Portalen.

Erstmeldung:


Bruckmühl/Kolbermoor - Schon in einem am Freitag, 8. Januar, veröffentlichten Facebook-Beitrag hatten die Betreiber der Kampfsportschule angekündigt, Ihre Studios wieder öffnen zu wollen. „Es reicht! Genug ist genug! Wir werden wieder ÖFFNEN“, so der Beginn des Posts. Begründet wird die angestrebte Wiedereröffnung unter anderem mit der laut den Betreibern fehlenden Verhältnismäßigkeit der Zahlen. So seien beispielsweise die aktuellen Sterbezahlen in keinerlei Relation zu der Anzahl der Gestorbenen in den letzten Jahren gesetzt worden.

Weiter heißt es: „Und ja, jeder Mensch der stirbt ist ein Verlust, ganz besonders für die Angehörigen.(...) Das ist für die Angehörigen in diesem Moment sehr schwer zu verstehen und zu ertragen, dass sie so trauern während die Welt sich trotzdem ganz normal weiter dreht. Genau das ist aber unser Leben! Der Tod gehört unweigerlich dazu und das war noch nie anders.“ Man sei nicht mehr bereit, sich dem politischen Irrsinn zu beugen.

Stellungnahme am Sonntag via YouTube

Am darauffolgenden Sonntag, 10. Januar, veröffentlichten die Trainer Ben März sowie Nino und Mario Kornhass eine Stellungnahme via YouTube. Dort begründeten sie ihre geplante Öffnung. Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung zur Öffnung sei eine E-Mail an alle Mitglieder gewesen, in der der Gedanke einer möglichen Öffnung Thema gewesen sein soll. Laut der Trainer sei das Feedback auf diese Mail sehr positiv ausgefallen. „Wir waren von der positiven Resonanz überrascht“, so März. Man hätte nicht gedacht, dass die Leute wirklich kommen würden wollen.

Die strengen Hygienemaßnahmen aus der Öffnungszeit nach dem ersten Lockdown wollen die Kampfsportler indes beibehalten. Das bedeutet unter anderem das Ein- und Austreten aus der Kampfsportschule nur mit Mund-Nasenschutz sowie einem Training unter der strengen Einhaltung von Abständen. Diese Maßnahmen hätten bereits dazu geführt, dass man in den Monaten zwischen dem ersten und zweiten Lockdown keinen einzigen Corona-Fall gehabt hätte, behauptet Trainer Mario Kornhass.

Im Hinblick auf die bevorstehende Öffnung meint Kornhass: „Wir sind uns dieses Schrittes sehr bewusst. Wir wissen, was von Seiten der Politik wahrscheinlich auf uns zukommen wird.“

Rückzieher von Sporthändler Siebzehnrübel wegen Zuspruch aus der Rechten Szene „Schwachsinn“

Auch auf die wieder abgeblasene Öffnung des Altöttinger Sporthändlers Siebzehnrübel, welcher auch einen seiner Läden in Rosenheim hat, wird eingegangen. Siebzehnrübel hatte die für Montag, 11. Januar, geplante Wiedereröffnung seiner Geschäfte wieder abgesagt, nachdem er nach eigener Aussage Zuspruch aus der Rechten Szene bekommen hatte. Nino Kornhass findet für diese Begründung eine vernichtende Aussage: „´Tschuldigung, aber das ist wirklich so ein Schwachsinn. Wenn jemand das moralisch Richtige macht und wenn ein Ladeninhaber seinen Laden aufsperrt, weil seine Existenz gefährdet ist, weil er mit dem Rücken an der Wand steht und nicht weiß, wie er wirtschaftlich überleben soll, dann hat das nichts mit Politik oder politischer Ausrichtung zu tun.“

Ihnen sei es persönlich „total wurscht, was für ein Applaus aus irgendeiner Ecke kommt. Wir machen das nur für uns und für unsere Mitglieder.“ Nino Kornhass kritisiert weiter: „Wenn man es wagt, eine Meinung zu sagen, die nicht der Regierungsmeinung entspricht, kann man beleidigt werden, ohne irgendwelche Folgen zu erwarten.“ Das mache keine Demokratie aus, in der jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung habe.

Das Studio in Bruckmühl soll um 19 Uhr, das in Kolbermoor um 19.30 Uhr wieder öffnen, so die Betreiber.

Landratsamt Rosenheim warnt vor Geschäftsöffnungen: „Hoffen auf Einsicht der Geschäftsinhaber“

Auf eventuelle Öffnungen von EInzelhändlern oder anderen Gewerbetreibenden werde man entsprechend reagieren, so Ina Krug, Pressesprecherin des Landratsamtes Rosenheim auf Anfrage von mangfall24.de. „Sollten wir die Information erhalten, dass zum Beispiel ein Einzelhändler sein Geschäft trotz des Lockdowns öffnet, gehen wir der Sache nach.“ Man werde zunächst das Gespräch mit dem Geschäftsinhaber suchen, um ihn zu Einsicht zu bewegen, sein Geschäft wieder zu schließen. Sollte dies nicht möglich sein, würden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

„Der Regelsatz liegt hier bei einer Strafe von 5.000 Euro. Sollte es zu einer wiederholten Öffnung des Geschäftes kommen, kann die Strafe verdoppelt werden, bis zum Höchstsatz von 25.000 Euro. Wir hoffen hier allerdings auf die Einsicht der Geschäftsinhaber, um solche Strafzahlungen zu vermeiden“, so Krug weiter. „Damit ist niemandem geholfen.“

Währenddessen stieg der Inzidenzwert in der Stadt Rosenheim auf 207,7. Das hat die Einführung einer 15-Kilometer Umgangssperre zur Folge. Der Wert für den Landkreis liegt aktuell (Stand 11. Januar) bei 146,9.

fgr

Rubriklistenbild: © Kampfsportschule Kornhass (Screenshot Youtube/ Kampfsport Kornhass, 10. Januar)

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