Gauck ruft zur Ökumene auf

Open-Air-Messe und viel Regen beim Katholikentag

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Zahlreiche Gläubige nehmen am 29.05.2014 in Regensburg (Bayern) an der Christi-Himmelfahrt-Messe beim Katholikentag teil.

Regensburg - Mit einem Open-Air-Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt ist am Donnerstag der Katholikentag in Regensburg fortgesetzt worden. Neben 17.000 Gläubigen nahm daran auch Bundespräsident Gauck teil.

Zwei Tage Dauerregen und Kälte: Regensburg hat zum Auftakt des Katholikentags kein Glück mit dem Wetter. Viele tausend Gläubige aus ganz Deutschland und dem Ausland sind gekommen, um an der Donau und in der historischen Altstadt zu feiern, zu singen und ihren Glauben zu teilen - die wichtigsten Utensilien sind Schirm, Regenponcho und festes Schuhwerk. Der Dauerregen hat die Wiesen durchnässt und die idyllischen ungepflasterten Pfade am Donauufer in Schlammwege verwandelt.

Dem Bundespräsidenten geht es nicht besser: Zur Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch direkt vor dem mächtigen Dom nimmt er wie Bischöfe und andere Ehrengäste erst einmal unter einem Dach aus Schirmen Platz. Später kokettiert er damit, in drei Jahren Amtszeit schon zwei Katholikentage besucht zu haben. „Da können Sie nicht meckern.“ Die Pilger in der nassen Kälte freut's.

Open-Air-Gottesdienst: 17.000 Gläubige ließen sich vom Wetter nicht beeindrucken

„Das Wetter kommt von Gott“, meint Chris Nwachukuu. Der 49-Jährige ist aus der nigerianischen Hauptstadt Abuja angereist und freut sich auf das fünftägige Glaubensfest. Als Missionar will er Ideen austauschen, wie er das Wort Gottes verbreiten kann.

Ohnehin lassen sich viele Besucher - allein 31.000 haben sich als Dauergäste für alle fünf Tage angemeldet - ihre Laune nicht vermiesen. Kraftvoll singen die Pilger die Lieder mit, die Musiker und Sänger auf einer Bühne intonieren, unterstützt von den berühmten Regensburger Domspatzen.

Unbeeindruckt von Temperaturen um zehn Grad strömen am Donnerstagmorgen 17.000 Gläubige zu einem Open-Air-Gottesdienst mit Bischof Rudolf Voderholzer. Die vom Veranstalter ausgeteilten gelben Regencapes und Schirme dominieren auch das Bild in dem Universitätsstadion.

Katholikentag: Gläubige trotzen Dauerregen - Bilder

Katholikentag bei Dauerregen eröffnet - Bilder

Studenten aus aller Welt spielen internationale kirchliche Musik

Zeitgleich bauen die vielen tausend Helfer die Stände und Zelte auf der Katholikentags-Meile auf, dem Herzstück der Begegnung. Am Fuß der Steinernen Brücke direkt am Donauufer zelebriert der Zusammenschluss der franziskanischen Gemeinschaften „clara francesco“ einen eigenen Gottesdienst. „Das ist etwas illegal, weil eine Konkurrenz zum großen Gottesdienst im Stadion nicht vorgesehen ist“, sagt Bruder Stefan Federbusch, der die Zeremonie eigentlich nur für die Brüder und Schwestern der Ordensgemeinschaft leitet.

Vom liturgischen Gesang werden aber auch zahlreiche Besucher des Katholikentages angezogen, die es nicht ins Stadion geschafft haben. Die Verantwortlichen des Glaubensfestes werden sicherlich die Augen zudrücken. Schließlich sind es solch spontane Begegnungen, die einen Katholikentag ausmachen.

Ohnehin spielt am Morgen zu Christi Himmelfahrt auf der Katholikentags-Meile die Musik eine bedeutende Rolle. Wo Gesang oder Instrumente zu hören sind, bildet sich sofort eine Menschentraube. Im Zelt der Steyler Missionare aus St. Augustin bei Bonn spielen Studenten aus aller Welt internationale kirchliche Musik.

Katholikentag: Bis Sonntag werden bis zu 80.000 Besucher erwartet

Simon Mputu aus der Demokratischen Republik Kongo schlägt auf die Trommel und singt meditative Lieder. „Die Musik ist wichtig für den Glauben und macht mich glücklich“, sagt der 25 Jahre alte Sprachstudent. Vian Lein, Theologiestudent aus Indonesien, leitet die Musikapostel der Steyler Ordensbrüder. „Mit Hilfe der Musik locken wir die Besucher an, und so knüpfen wir Beziehungen zwischen den Kulturen.“

Am zweiten Tag des großen Laientreffens sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, darunter Diskussionsrunden zu kirchlichen und politischen Themen. Am Nachmittag wollte Bundespräsident Gauck auf einem Podium darüber diskutieren, wie viel Religion ein säkularer Staat verträgt. Bis Sonntag werden beim Katholikentag bis zu 80.000 Besucher erwartet.

Bis dahin wollen die Gläubigen über ihre Kirche sprechen, die kränkelt, der die Leute davonlaufen. Was muss sich ändern, was kann sich ändern? Die verstaubte Sexualethik? Oder kommt das Diakonat der Frau? Soziale Gerechtigkeit, der Hunger in der Welt und die Zukunft Europas, darum geht es auch. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt am Freitag.

dpa

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