OB Bauer: Fakten statt Emotionen

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Rosenheim - Im Streit über den Happinger See mit Unternehmer Anton Kathrein hat OB Gabriele Bauer die Hoffnung auf eine gütliche Einigung noch nicht aufgegeben.

Im ersten Teil des rosenheim24-Interviews spricht Oberbürgermeisterin Bauer über den Konflikt rund um den Happinger See und das Hotel-Projekt von Anton Kathrein:

Nach der spontanen Äußerung des Firmenchefs, Teile seines Unternehmens zu verlagern, haben beide ein Gespräch für die zweite Augusthälfte vereinbart.

Im zweiten Teil des Interviews nimmt Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer Stellung zum Investitions- und Einstellungsstopp der Kathrein-Werke:

Bauer verdeutlichte noch einmal, warum zum Schluss großer Zeitdruck herrschte. Kathrein, so die OB, hätte bis zum 30. Juni einen Bauantrag mit Details über das von ihm geplante Hotel vorlegen müssen. Da er dies nicht tat, habe Stadt und Stadtrat in Zugzwang gebracht: "Wir haben bis zum Schluss gewartet, und es kam nichts. Deshalb mussten wir handeln. Was, wenn er für das Grundstück bezahlt hätte, und wir hätten sein Vorhaben nicht genehmigen können? Dann wäre doch alles noch schlimmer." Wie berichtet, machte die Stadt letzte Woche von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch, um See und Grünbereiche für die Öffentlichkeit zu sichern. Die Fläche vor dem Hotel nur Gästen zur Verfügung stellen zu wollen, ist aus Bauers Sicht sogar nachvollziehbar. Aber für die restlichen Grünflächen Eintritt zu verlangen, wäre aus ihrer und aus Sicht des Stadtrats zu weit gegangen.

Trotz Kathreins heftiger Reaktion will Bauer den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen: "Es gilt doch auch wieder zu trennen zwischen dem Privatinvestor Kathrein, dem Unternehmer und dem Dritten Bürgermeister." Bei der ersten Begegnung mit der OB nach der Stadtratssitzung beim Hochschulfest war der Unternehmer sehr aufgebracht. Er ging jedoch auf ein Gesprächsangebot Bauers ein. Es wird geführt, wenn Kathrein seinen Auslandsaufenthalt beendet hat und Bauer aus dem Urlaub zurück ist.

Ob das Bauvorhaben Kathreins im Landschaftsschutzgebiet überhaupt durchführbar wäre, dazu wollte sich Bauer nicht äußern: "Ohne Pläne lässt sich das nicht beurteilen. Es wäre eine Abwägungssache."

Archiv-Video: Kathrein schlägt zurück

BHG: "Eintritt selbstverständlich"

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (BHG) hat sich im Streit um das geplante Seehotel in Happing auf die Seite von Anton Kathrein gestellt. BHG-Kreisvorsitzender Franz Bergmüller: "Wir bedauern, dass es nicht möglich war, Anton Kathrein als Investor dieses laut Masterplan des Landkreises Rosenheim für unsere Region benötigten Hotels bauen zu lassen." Dass in diesem Fall mangelnde Kommunikation zu der Eskalation geführt habe, müsse sich auch die Stadt Rosenheim anlasten lassen.

Nach letzten Gesprächen mit dem Landrat konnte laut Bergmüller bisher kein Investor für Hotelbauten gewonnen werden. "Gerade deshalb ist es umso bedauerlicher, dass einem einheimischen Investor dann nicht das nötige Vertrauen entgegengebracht wird." Die Begründung für den Kauf durch die Stadt, den öffentlichen Zugang zum Happinger See zu sichern, sei unglaubwürdig, "weil gerade ein Hotel mit Restaurant am See größtes Interesse haben muss, dass der See für Gäste öffentlich zugänglich ist - wobei ein Eintritt auch selbstverständlich sein sollte."

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © cs

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