Katzenhasser unterwegs?

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Bernhard Riedl ließ sich vor zwei Wochen zusammen mit Prinzi fotografieren, nachder dritten Giftattacke. Einen Tag später fand Riedel das Tier leblos im Keller.

Rosenheim - Vier Katzen sind in den letzten zehn Jahren in der Sterzinger Straße in Fürstätt gestorben, bei denen die Besitzer als Todesursache Gift vermuten. Weitere Katzen sind verschwunden.

Kater Prinzi kam bisher mit dem Leben davon. Doch bereits viermal war es fast um ihn geschehen.

Prinzi ist sechs Jahre alt und das heißgeliebte Haustier von Bernhard Riedl und seiner Tochter Franziska. Sie lassen die Katze derzeit nicht mehr aus dem Haus. Allein in den letzten vier Wochen zeigte der Kater viermal Vergiftungserscheinungen. Beim vorletzten Mal schleppte er sich gerade noch auf die heimische Terrasse, war dann aber gegen den Hausherrn so aggressiv, dass nicht nur das Tier, sondern auch er selbst behandelt werden musste. "Der hat in Panik zugebissen", sagt Bernhard Riedl, der sich in ärztliche Behandlung begab, um einer Blutvergiftung vorzubeugen.

Katzen können sich auch den Magen verderben, wenn sie Schneckenkorn oder andere Mittel fressen, die in Gärten ausgelegt sind. Sie spüren die Giftwirkung sogar, wenn die Maus oder Ratte, über die sie sich hermachen, Rattengift aufgenommen hat. Aber Bernhard Riedl ist überzeugt: In der Nachbarschaft muss ein Katzenhasser leben, der gezielt Gift auslegt. Riedl rief vor zwei Jahren schon einmal die Polizei. Als damals seine Katze gestorben war, als seine damalige Katze gestorben war und er den Verdacht hegte, sie habe Gift gefressen. Über eine Stunde war eine Hundestaffel in dem Gebiet unterwegs, fand aber nichts Verdächtiges. Die Obduktion der toten Katze ergab, dass sie mit einem vergifteten Fisch geködert worden war. Wer ihn ausgelegt hatte, war nicht herauszufinden.

Danach, so Riedl, sind noch zwei weitere Katzen verschwunden, von denen man nicht weiß, was aus ihnen geworden ist. Vor zwei Wochen fand der Fürstätter dann seinen Kater Prinzi leblos im Keller: Das war der Giftanschlag Nummer vier. Die Körpertemperatur betrug nur noch 30 Grad. Der Tierarzt hatte größte Mühe, die Katze am Leben zu halten. Prinzi erholt sich allmählich, ist aber noch sehr verschreckt.

Der Katzenhalter hat nun in Fürstätt Zettel ausgehängt, um andere auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Er bittet darauf um Mithilfe bei der Suche nach der Giftquelle und appelliert auch an denjenigen, der das Gift auslegt, sein Verhalten zu überdenken. Nicht nur die Katzen würden einen qualvollen Tod erleiden. Riedl befürchttet, auch Kinder könnten gefährdet sein. Er hat angekündigt, erneut Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt zu erstatten. Dort liegen derzeit keine Erkenntnisse über ungewöhnliche Häufungen derartiger Fälle vor.

Zählt Riedl zusammen, was er inzwischen an Tierarztkosten zahlen musste, um Prinzi zu retten, kommt er auf über 1000 Euro. Das ist eine Menge Geld. Dennoch steht Geld für den Katzenfreund bei seinem Appell nicht im Vordergrund. Dass es Leute gibt, die keine Katzen in Garten und Haus haben möchte, kann er verstehen: "Dann verscheucht man sie eben." Gift auszulegen sei hingegen eine feige Tat und durch keinen noch so großen Ärger zu rechtfertigen.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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