Kein Geld für das Bürgerhaus in Rosenheim

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Rings um die Kaltenmühle fielen beim Unwetter in der letzten Woche die Bäume. Manche mögen sogar gehofft haben, der Sturm würde die Diskussion um das historische Gebäude auf seine Weise erledigen. Stadtrat Kurt Müller will weiter um den Erhalt kämpfen.

Rosenheim - Eine herbe Enttäuschung für die Happinger: Es ist kein Geld da für das geplante Bürgerhaus. Die Pläne werden in der Schublade verschwinden, bis die Regierung Mittel zusagen kann.

Gekoppelt daran ist das Schicksal der alten Kaltenmühle. Vor gut einem halben Jahr war die Freude groß. Da legten die Münchener Architekten Peter und Peter eine Planung vor, die alle begeisterte. Das Bürgerhaus ist gedacht für Jugendarbeit, die Rosenheimer Musikkapellen und für breitgefächerte Aktivitäten der Happinger.

Bisher ging man bei der Stadt und der Rosenheimer Wohnbaugesellschaft (GRWS) als Bauherrin davon aus, dass die Regierung von Oberbayern das 3,8 Millionen teure Projekt hochprozentig fördern würde. In der Aufssichtsratssitzung der GRWS am Donnerstag dieser Woche sollte der Beschluss gefasst werden, die Sache voranzutreiben, vorausgesetzt, dass Fördermittel fließen.

Doch die Fördermittel werden nicht fließen. Die Bundesregierung hat die Mittel für Städtebau extrem gekürzt. Davon betroffen ist auch das Programm der "Sozialen Stadt", von dem Rosenheim in den letzten Jahren bei vielen Bauprojekten profitieren konnte. Die Regierung von Oberbayern hält das Bürgerhaus nach wie vor für förderwürdig. Mit den wenigen Mitteln, die jetzt noch über die "Soziale Stadt" zu vergeben sind, würden jedoch derzeit nur noch bereits bestehende Einrichtungen gefördert, damit das, was an sozialen Strukturen aufgebaut wurde, weiter bestehen kann. So wurde es GRWS-Geschäftsführer Stefan Ludwig in einem Gespräch mitgeteilt.

Altgediente Regierungsbeamte haben ihn jedoch aufgemuntert. Nach ihrer Erfahrung gibt es immer wieder Konjunkturförderprogramme, die aufgelegt werden, um die Wirschaft anzukurbeln. Deshalb sei es gut, fertige Planungen in der Schublade zu haben und diese im richtigen Augenblick zu präsentieren.

Rosenheim konnte schon einmal von einem solchen Programm kräftig profitieren. Aus einem im Mai 1977 aufgelegten 16-Milliarden-Mark-Topf des Bundes gab es damals nur Zuschüsse für Objekte, deren baureife Pläne bis zum 31. Dezember eingereicht wurden. Die Stadt hatte einen solchen Plan parat. Auf diese Weise entstand die Stadthalle, das heutige Kuko.

Kaltenmühle: Kaum Geld auf dem Spendenkonto

Nachdem der Bau des Bürgerhauses auf die lange Bank geschoben wird, bleibt auch offen, was mit der denkmalgeschützten Kaltenmühle geschieht. Für die Sanierung ist ein Betrag von rund einer Million Euro angesetzt.

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Auch hier gilt: Die Regierung würde Fördermittel zur Verfügung stellen, wenn sie welche hätte.

Einer derjenigen, die sich besonders für den Erhalt der alten Mühle einsetzen, ist SPD-Stadtrat Kurt Müller. Er hat Spendenkonto dafür eingerichtet (Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling Kontonummer 24250920, Bankleitzzahl 71150000, VR Bank Rosenheim-Chiemsee, Kontonummer 1820540, Bankleitzzahl 71160161). Die Rosenheimer sollen Bausteinpatenschaften im Wert ab 10 Euro übernehmen. Das magere Ergebnis - bisher sind gerade mal 1600 Euro eingegangen - spricht nicht für einen Erfolg. 500 Euro stammen von Kurt Müller selbst, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer hat denselben Betrag zugesagt.

Tatsächlich gibt es auch immer wieder Stimmen, die Mühle stehe nur im Weg. Eine Million Euro zu investieren rentiere sich nicht. Selbst Denkmalschützer siedeln den historischen Wert des heruntergekommenen Gebäudes nicht hoch an. Kurt Müller und mit ihm viele, die das alte Mühlengebäude als prägend für den Eingang nach Happing ansehen, wollen aber nicht aufgeben. Sie hoffen weiterhin, dass der Kontostand noch wächst.

Im Herbst 2013 sind Landtagswahlen. Solche Termine werden von der Politik gerne genutzt, um sich gut darzustellen. Dazu könnte auch ein Konjunkturförderprogramm gehören. Mehr als die Hoffnung auf einen solchen außerplanmäßigen Geldsegen bleibt den Happingern im Augenblick nicht.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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