112 ist keine Service-Hotline!

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Der Notruf 112 soll mit einem Flugblatt im Bewusstsein der Bürger verankert werden. Bild (von links): Arnfried Färber, stellvertretender Landrat von Miesbach, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Landrat Josef Neiderhell und für die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Thomas Bärtl.

Rosenheim - In der von Landrat Josef Neiderhell geleiteten Sitzung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung wurde deutlich, dass die Notrufnummer häufig als Servicenummer missbraucht wird.

Der Geschäftsführer des Zweckverbands, Ronald Zillmer, berichtete, dass beispielsweise im Stau stehende Autofahrer anriefen und sich nach Umleitungsstrecken erkundigten. Auch Reisende, die erst unmittelbar vor der Grenze zu Österreich merkten, dass ihr Pass längst abgelaufen sei, meldeten sich und fragten, was zu tun sei. Das Einsatzaufkommen in der ILS sprenge so alle Vorstellungen, so Zillmer.

Verbandsvorsitzender und Landrat Josef Neiderhell freute sich über den gelungenen Start der Rosenheimer ILS. Es habe sich gelohnt, so lange zu üben. Rosenheims Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer lobte die landkreisübergreifende Zusammenarbeit der Wehren. Demnach seien im Landkreis Rosenheim schon Feuerwehren aus dem Landkreis Miesbach im Einsatz gewesen, "weil sie örtlich einfacher näher dran waren."

Über die Zukunft der Rettungswachen in Kiefersfelden und Kolbermoor, die derzeit nicht rund um die Uhr besetzt sind, will der Zweckverband zunächst die Einscheidung des Gesetzgebers abwarten. Sollte die Planungsvorgabe, vom Ausrücken des alarmierten Einsatzmittels bis zum Eintreffen am Ereignisort sollten nicht mehr als zwölf Minuten vergehen, allgemeinverbindlich werden, dann müsste die Versorgungsstruktur im Rettungsdienstbereich überprüft werden. Eine Entscheidung des Bayerischen Innenministeriums erwartet der Rettungszweckverband spätestens Anfang kommenden Jahres.

Nach Angaben von Dr. Stefan Stöckel vom Team der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD), gelinge dies in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach jetzt schon fast überall. Nur in einem kleinen Bereich im westlichen Landkreis Rosenheim könne das Eintreffen bis zu 15 Minuten dauern.

Zu den Standorten Kiefersfelden und Kolbermoor legte Dr. Stöckel Zahlen vor: So seien in Kiefersfelden in den Jahren 2008 und 2009 in 80 Prozent aller Einsätze der Einsatzort in zwölf Minuten erreicht worden. In 96 Prozent aller Notfälle seien die Retter nach einer Viertelstunde vor Ort gewesen. In Kolbermoor stelle sich die Situation noch erfreulicher dar: In neun von zehn Fällen seien Sanitäter und Notarzt nach zwölf Minuten am Einsatzort, nach 15 Minuten sind es laut Statistik fast 100 Prozent. Stöckel schloss daraus, dass der Bedarf die Rettungswachen länger besetzt zu halten, "eher nicht gegeben" sei.

Mit einem Flugblatt will der Zweckverband auf die seit einiger Zeit geltende Notrufnummer 112 für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung informieren. Unverändert bleibt dagegen die Notrufnummer an die Polizei mit 110.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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