Keine weiteren Gruben betroffen

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Mühldorf - Nach derzeitigen Erkenntnissen hat Technosan im Landkreis Mühldorf nur in der Freudlsperger Kiesgrube illegal krebserregenden Bauschutt abgelagert.

Das teilte das Landsratsamt gestern auf Anfrage mit. Andere Kiesgruben sind nach bisherigem Kenntnisstand nicht betroffen.

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Die Ausweitung des Umweltskandals durch die Firma Technosan hat inzwischen die Frage nach der Kontrolle von Kiesgruben aufgeworfen, wie sie in Mühldorf betrieben werden. Auf Anfrage teilte das Landratsamt Mühldorf dazu gestern mit, dass die Kiesgrube zweimal jährlich von einem Sachverständigen kontrolliert werde: "2011 wurde zwei Mal eine Fremdüberwachung in verschiedenen Bereichen durchgeführt und verschiedene Proben entnommen." Heuer habe es zuletzt eine Kontrolle durch eine "Fremdüberwachung" am 22. Juni gegeben.

Die Grundlagen dieser Kontrollen sind in einem Eckpunktepapier festgeschrieben, das vom Umweltministerium mit dem Industrieverband Steine und Erden 2005 erarbeitet wurde. Darin sind unter anderem die zulässigen Grenzwerte und die Kontrollen festgelegt. Laut Eckpunktepapier hat der Betreiber der Kiesgrube diese Kontrollen in Auftrag zu geben. "Dieses Papier ist verbindlich für die Behörden und für die Kiesgrubenbetreiber", heißt es im Landratsamt.

Die Berichte der Überwachung gingen, wie im Eckpunktepapier festgelegt, an den Betreiber der Kiesgrube und an das Landratsamt. So auch nach der Kontrolle am 22. Juni. "Da sich hierbei Auffälligkeiten zeigten, wurden umgehend weitere Kontrollen durchgeführt", sagt Landratsamtssprecherin Sandra Schließlberger. Diese führten schließlich zur Untersuchung der Firma Technosan in Neuötting und an anderen Standorten und zur Schließung des Betriebs in Neuötting durch das dortige Landratsamt.

Das Landratsamt Mühldorf bezifferte die Menge, die Technosan in die Freudlsperger Kiesgrube geliefert hat gestern auf 23000 Tonnen nachdem bislang von 20000 Tonnen die Rede war; seit 2011 nutzt der Neuöttinger Entsorgungsbetrieb die Freudlsperger Grube.

Fest steht laut Landratsamtssprecherin Schließlberger, dass bislang 7000 Tonnen durch Technosan wieder abtransportiert worden sind. "Aufgrund des mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und der Kripo abgestimmten Sanierungskonzeptes wurde in den vergangenen Monaten bereits durch den Betreiber der Kiesgrube Freudlsperger sukzessive immer wieder Material aus einem abgesteckten Bereich entnommen und von der Firma Technosan entsorgt", heißt es in der Mitteilung des Landratsamts. "Der Abtransport und die Entsorgung des restlichen Materials nimmt jedoch weitere Zeit in Anspruch."

Wegen dieser Vorgehensweise könne noch nicht gesagt werden, wie viele Tonnen des Bauschutts den krebserregenden aber nicht wasserlöslichen Stoff PAK enthalten. Das komme erst bei der Analyse des chargenweise abgebauten Schutts heraus. Das Grundwasser, so Schließlberger, sei weiter unbelastet.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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