Missbrauch in mehreren Fällen

Früherer Kinderschänder erneut vor Gericht

Nürnberg - Wiederholungstäter? Ein früherer Kinderschänder steht erneut wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht. Die mutmaßlichen Opfer hatten sich erst nach Jahren gemeldet.

Rund fünf Jahre nach seiner Haftentlassung muss sich ein früherer Kinderschänder erneut wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vor Gericht verantworten. Die ihm nun zur Last gelegten zehn Missbrauchfälle habe der 45-Jährige bereits Ende der 1999er Jahre begangen - also noch vor der Missbrauchserie, für die er zuletzt verurteilt worden war, berichtete die Staatsanwaltschaft am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth.

Nachträgliche Sicherheitsverwahrung abgelehnt

Der Mann war 2008 freigekommen - nach seiner Verurteilung im Jahr 2003. Seine Freilassung hatte seinerzeit für eine öffentliche Diskussion gesorgt, weil das Gericht einen Antrag der Staatsanwaltschaft auf nachträgliche Sicherungsverwahrung abgelehnt hatte. Die Ankläger hatten argumentiert, der Mann habe während der Haft keine Therapie gemacht.

Die mutmaßlichen Opfer sind inzwsichen erwachsen

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte der Angeklagte zwischen 1997 und 1999 drei Kinder von Bekannten - zwei Buben und ein Mädchen - sexuell missbraucht. Die inzwischen erwachsenen mutmaßlichen Opfer schilderten in nichtöffentlicher Verhandlung, wie der Bekannte ihrer Eltern sich heimlich an ihnen vergangen habe. Zwei der zehn Fälle stuft die Staatsanwaltschaft als besonders schwer ein. Der 45-Jährige bestreitet die Taten.

Die mutmaßlichen Opfer hatten sich im vergangen Jahr gemeldet und damit für eine erneute Inhaftierung des Mannes gesorgt. Der 45-Jährige sagte dem Gericht, die Inhaftierung habe ihn zu einem Zeitpunkt getroffen, als er gerade dabei gewesen sei, nach jahrelanger Haft wieder ein geregeltes Leben zu führen. So habe er zuletzt nachts einen Job als Fahrer angenommen, um tagsüber eine Therapie zu machen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion

Live: Top-Artikel unserer Leser