Kinderschutzbund: Immer mehr Angebote

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Für ihr langjähriges Engagement beim Kinderschutzbund gab es für Heidi Eckenberger (rechts) von der Vorsitzenden Anna-Maria Ehrlicher eine kleine Anerkennung.

Rosenheim - Der Kinderschutzbund Rosenheim ist weiter im Wachsen: Jedes Jahr werden die Aktionen und Angebote mehr. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung des Vereins im Schüler- und Studentenzentrum deutlich.

Die Entwicklung neuer Projekte stand vergangenes Jahr im Vordergrund. Dazu gehört das "Alltagstraining". Damit wollen Jugendämter und Kinderschutzbund einen neuen Weg gehen, um problembelasteten Familien eine weitere Hilfestellung zu geben. Bei Familien, in denen bereits eine Soziapädagogische Familienhilfe in Einsatz ist, kann nun auf Antrag auch eine ausgebildete Hauswirtschafterin um Unterstützung gebeten werden, wenn es um die Organisation des Alltags oder die Planung der Haushaltsführung geht.

Noch in den Anfängen steckt auch der "Eltern-Kind-Plan", gedacht für Eltern, die sich scheiden lassen wollen. In Amerika hat sich das Konzept schon bestens bewährt. Der Kinderschutzbund Rosenheim hat für dieses praxisorientierte Programm, das aus einem Arbeitsbuch, einem Arbeitsplan und einem Kurs für Eltern besteht, den deutschlandweiten Vertrieb, die Durchführung und Ausbildung von Kursleiterinnen übernommen.

"Bei beiden neuen Projekten sind wir auf einem sehr guten Weg", freute sich Vorsitzende Anna-Maria Ehrlicher. Geschäftsführerin Maria Klausner ging in ihrer Rede auf vieles ein, was sich in den vergangenen Jahren schon gut bewährt hat wie etwa die Gruppe für Kinder aus Scheidungs- und Trennungsfamilien. Im vergangenen Jahren gab es zwei Gruppen mit je 15 Kindern.

Beim Kinder- und Jugendtelefon gingen im vergangenen Jahr 6692 Anrufe ein, und 1633 Beratungsgespräche fanden statt - 30 Ehrenamtliche stehen hinter diesem Projekt.

Noch nicht so bekannt ist anscheinend das Elterntelefon. Unter der Telefonnummer 0800 / 1110550 erreichen Eltern und alle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr und dienstags bis donnerstags von 17 bis 19 Uhr kompetente Ansprechpartner zu allen Fragen rund um Kinder, Jugendliche, Familie, Partnerschaft und Erziehung. Genutzt wurde dieses Angebot 2010 aber nur von 186 Anrufern. "Das ist sehr schade. Wir hoffen, dass sich das in Zukunft noch ändert", meinte Klausner.

Barbara Heuel stellte die Aktionen der Freiwilligenagentur Rosenheim Nord vor. Dabei hob sie die neue Radwerkstatt ebenso hervor wie gemeinsame Bergtouren und die Möglichkeit für Kinder, sich einmal auf einer Bühne präsentieren zu können.

Um dem ständigen "Mehr" an Arbeit überhaupt noch gerecht zu werden, braucht der Kinderschutzbund neben seinen vielen ehrenamtlichen Helfern auch festangestellte Fachkräfte. Drei neue Sozialpädagogen wurden bei der Jahreshauptversammlung vorgestellt.

Viel Lob für die Arbeit des Kinderschutzbundes gab es vom stellvertretenden Landrat Erich Ellmerer: "Die kreativen Ideen und Aktionen bedeuten Zeit für Kinder und Familien trotz knapper Kassen", sagte er. Seine Stärke beziehe der Verein aus seinen vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern.

"Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Aktivitäten der Kinderschutzbund durchführt", meinte auch Otto Zwiefelhofer, Stellvertretender Wasserburger Bürgermeister. Gerade auch in der Stadt Wasserburg trage der Verein viel bei für Kinder und Familien, insbesondere mit dem Mehrgenerationenhaus: "Das hat sich sehr positiv entwickelt", so Zwiefelhofer.

Gerd Rose, Jugendamtsleiter der Stadt Rosenheim, bezeichnete den Verein als "wichtigen Partner für die Jugendhilfe".

Auf der Tagesordnung standen Neuwahlen. Anna-Maria Ehrlicher wurde dabei einstimmig in ihrem Amt als Vorsitzende bestätigt und Heide von Raußendorff als Stellvertreterin. Astrid Auer kandidierte nicht mehr als weitere stellvertretende Vorsitzende. Ihren Posten besetzt nun Barbara Zanetti, deren Posten als Schriftführerin damit frei und mit Carola Kahles besetzt wurde. Als Beisitzer gewählt wurden Dr. Helmut Muhle, Franz-Josef Würfl und Marianne Suren. Schatzmeisterin bleibt Lisa Adlmeier.

Zum Schluss der Versammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt. Heidi Eckenberger besetzte vor über 20 Jahren als erste Sozialpädagogin eine Planstelle beim Kinderschutzbund und engagiert sich seit dieser Zeit bei zahllosen Angeboten des Vereins.

Dank gab es auch bei Geschäftsführerin Maria Klausner für ihr unermüdliches Schaffen zum Wohl des Kinderschutzbundes und für ihr zehnjähriges Mitwirken beim Kursangebot "Starke Eltern - starke Kinder".

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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