Nur eine 500 Kilowatt-Anlage geplant

Geothermie in Kirchweidach ist geschrumpft

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Kirchweidach - Was als Großprojekt begann, endet mit einer 500 Kilowatt-Anlage und einem Gewächshaus. Das sind die neuen Pläne für die Geothermie in Kirchweidach:

Die Geothermievorhaben in Garching und Kirchweidach sollten Vorzeigeprojekte werden. Zumindest teilweise werden die Erwartungen nun enttäuscht: Wie der Alt-Neuöttinger Anzeiger berichtet, soll in Kirchweidach im Herbst zur Stromerzeugung lediglich eine 500 Kilowatt-Anlage ans Netz gehen. Ursprünglich war von einem 6700 Kilowatt-Kraftwerk die Rede. Damit hat die künftige Anlage nur rund 7,5 Prozent der ursprünglich ins Auge gefassten Leistung. Bernhard Gubo, Geschäftsführer von Geoenergie Bayern, begründet dies gegenüber dem Alt-Neuöttinger Anzeiger damit, dass die größeren, für ein Kraftwerk mit hoher Leistung erforderlichen, Förderpumpen noch zu störanfällig seien. In ein oder zwei Jahren seien Finanzierungsgespräche und ein Ausbau vorstellbar - doch auch dann würde kein Kraftwerk in der ursprünglichen Größenordnung entstehen.

Wärmenutzung läuft, Fragezeichen in Garching

Ein zweiter Teil des Geothermieprojekts in Kirchweidach läuft indes nach Plan. Das 12-Hektar-Gewächshaus der Gemüsebau Steiner GmbH wird seit Ende 2013 beheizt, Anfang Mai wurde erstmals in Deutschland "tiefengeothermisches Gemüse" geerntet, wie es damals das Wirtschaftsforum Geothermie in einer Pressemitteilung formulierte. Die Anlage wird mithilfe der Erdwärme konstant auf 18 bis 20 Grad erwärmt, was den Anbau von Tomaten und Paprika ermöglicht. Parallel dazu arbeitet die Gemeinde daran, die Erdwärme für die Kirchweidacher Bürger nutzbar zu machen. Seit Mitte August laufen die Bauarbeiten des Fernwärmenetzes, die Gemeinde hat eigens dafür die Kirchweidacher Energie GmbH ins Leben gerufen. Prognostiziert wird ein Einsparpotenzial von insgesamt 1,3 Millionen Litern Heizöl pro Jahr.

Das Geothermievorhaben in Garching ist noch nicht so weit fortgeschritten. Die Genehmigung der Bohrungen durch das Bergamt steht noch aus. Zudem regte sich in der Vergangenheit Widerstand in der Bevölkerung, seit Jahren engagiert sich einen Bürgerinitiative gegen das Vorhaben.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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