Knappe Mehrheit für Capitol-Hochhaus

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Etwas zurückgesetzt soll auf dem „Capitol“-Grundstück der Firma KSS-Immobilien an der Prinzregentenstraße dieser zehnstöckige Wohnturm entstehen, eine Planung des renommierten Architekturbüros Behnisch.

Rosenheim - Mit einer knappen Mehrheit von 6:5 Stimmen hat sich der Bauausschuss für das Konzept zur Neubebauung des „Capitol“-Geländes ausgesprochen.

Stefan Rappold vom Münchner Büro der Stuttgarter Architekten Behnisch und Partner zeigte, aus der vorigen Sitzung dazu beauftragt, dem Gremium eine präzisierte Planung, dessen, was auf dem Grundstück der Bauherrin, der Immobilien-Firma Kopp, Sewald und Stix (KSS), entstehen soll. Das geschah mittels einer Power-Point-Präsentation, die auch als Broschüre vorlag.

Alterndes Capitol-Kino und "Hochhaus-Grundstück"

Alterndes Capitol-Kino und "Hochhaus-Grundstück"

Dreh- und Angelpunkt der nachfolgenden Diskussion war das geplante Hochhaus als eines von zwei Bauteilen auf dem annähernd z-förmigen Grundstück. Die detaillierte Darstellung des 34 Meter hohen zehnstöckigen Baukörpers, zeichnerisch in der existierenden Umgebung dargestellt, vermochte gestalterisch eigentlich alle Ausschussmitglieder zu begeistern. Oberhalb der drei unteren gläsernen Geschosse an der Prinzregentenstraße weicht der Bau in Traufhöhe der Nachbarbebauung (11,50 Meter) mit einer Terrasse um einige Meter zurück und entwickelt dann, nach oben umfangreicher werdend, die Höhe, wobei sich die Fassaden fast jeden Stockwerks nach allen Seiten mit Balkonen öffnen. Dadurch wirkt der Wohnturm erstaunlich filigran und nähert sich dem Charakter einer Skulptur an.

„Es gibt höhere und einige gleichhohe Häuser in Rosenheim“, zeigte Rappold an Hand einer „Rosenheim-Skyline“. Die Tiefgarage unter dem Grundstück wird über die Samerstraße erschlossen, wo ein zweiter, sich an die dortige Traufkante von 10,30 Meter haltender Baukörper entstehen soll. Zwischen den beiden Häusern ist ein großzügiger Grünbereich geplant, aus dem der Baukörper an der Prinzregentenstraße rückwärtig mit seinen Balkonen als „begrünte Treppe“ ansteigt.

Städtebauliche Weiterentwicklung

Auf Anregung des Stadtplanungsamtes zeigte Rappold eine Variante, in der ein bisher einstöckig bebautes Nachbargrundstück, das der Bauherrin nicht gehört, überplant wurde, um aufzuzeigen, wie das Gebiet mit dieser Option städtebaulich schlüssig weiterentwickelt werden könnte.

„Ich gratuliere zu diesem Entwurf, er ist von hoher Qualität“, eröffnete Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Aussprache. Andreas Lakowski von der SPD nannte den Entwurf mutig, ja kühn. Er sei an dieser Stelle richtig und werde mit seiner spannenden Fassade einen architektonischen Akzent setzen: „Eine moderne Antwort auf die Frage, wie man Bewohner in der Innenstadt halten könne, dazu käme der gelungene Innenhof. „Wir sollten den Mut haben, unsere Zustimmung zu geben“, forderte Lakowski das Gremium auf.

Das verfing nicht bei allen Ausschussmitgliedern. Herbert Borrmann, der CSU-Fraktionsvorsitzende, wandte sich in aller Deutlichkeit gegen eine derartige Höhenentwicklung an der ehemaligen Promenadenstraße der Stadt. Er habe nichts gegen Hochhäuser, „aber nicht an dieser Stelle – wir haben eine Verpflichtung gegenüber der Umgebung“. Auch seine Fraktionskollegin Margarethe Fischbacher fand das Haus „etwas zu hoch“.

Dr. Beate Burkl von den Freien Wählern/UP war derselben Meinung: „Es ist dort fehl am Platz.“ Außerdem werde es Probleme wegen der Verschattung geben. „Anfangs war ich noch unentschlossen, aber diese wunderbare Überarbeitung passt hier sehr gut hin“, ließ sich hingegen Bärbel Thum von der Wählerinitiative WIR vernehmen. Anna Rutz von den Grünen sprach von einem „zukunftsweisenden Lebensraum in der Stadt“, auch durch den gelungenen Innenhof: „Das wertet den Bereich auf.“ Hans Raß von den Republikanern fand den Entwurf hingegen „ein bisserl sehr modern und zu hoch für das Gebiet“.

Zur Frage der Verschatttung erklärte Baudezernent Helmut Cybulska, Berechnungen dazu seien im noch aufzustellenden Bebauungsplan ohnehin vorgeschrieben.

Gegen die Stimmen von Borrmann, Burkl, Fischbacher, Raß und auch Josef Gasteiger von der CSU fand die Hochhauslösung im Ausschuss eine knappe Mehrheit. Die Verwaltung soll beauftragt werden, die Aufstellung eines Bebauungsplans für dieses Gebiet einzuleiten. Darüber wird nun am Mittwoch der Stadtrat entscheiden.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

 

Quelle: rosenheim24.de

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