Darum saufen sich Jugendliche ins Koma

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Feiern bis der Arzt kommt - um Spaß zu haben.

Bamberg - Trinken bis zur Bewusstlosigkeit: Rund 70 Prozent der Jugendlichen mit einer im Krankenhaus behandelten Alkoholvergiftung saufen, um mehr Spaß zu haben.

Diese sogenannten Verstärkungstrinker wollen vor allem einen Kick erleben. Dies zeigen vorläufige Ergebnisse einer Studie der Universität Bamberg zu den Gründen des Komasaufens. 

Etwa 19 Prozent seien dagegen „Bewältigungstrinker“, die mit Hilfe des Alkohols versuchen, Probleme zu vergessen, wie die Psychologin Maria Wurdak von der Uni Bamberg sagt. Seit März 2011 befragen die Wissenschaftler mehr als 200 Jugendliche mit Alkoholvergiftung in acht Kliniken in Deutschland - sechs davon in Bayern - nach ihren individuellen Gründen, in rauen Mengen zu trinken.

Nervenkitzel auch ohne Alkohol

Die Forscher informieren die Jugendlichen nach der Befragung über Alkohol und seine Gefahren und zeigen ihnen Alternativen zum Trinken. Die Verstärkungstrinker sollen vor allem lernen, wie sie Nervenkitzel auch ohne Alkohol verspüren können. Den Bewältigungstrinkern werden hingegen Entspannungsübungen gezeigt oder wie sie selbstbewusster werden können. Nach dem Gespräch können die Studienteilnehmer sechs Wochen lang weitere Übungen im Internet machen - danach werden sie noch einmal befragt.

Offen ist, ob die Übungen den Jugendlichen helfen, eine andere Einstellung zum Alkohol zu bekommen und bewusster damit umzugehen. Im August wollen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse vorstellen. Die Studie ist Teil des bundesweiten Alkoholpräventionsprojektes „HaLT - Hart am Limit“.

Lange nahm die Zahl der Jugendlichen mit Alkoholvergiftung zu

Anlass für die Studie war, dass die Zahl der Jugendlichen mit Alkoholvergiftung jahrelang zunahm: Von 2000 bis 2009 gab es eine Steigerung um 178 Prozent. Im Jahr 2010 mussten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 26 000 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren im Krankenhaus behandelt werden. Vor allem bei 18- bis 25-Jährigen ist das sogenannte Binge-Drinking („Rauschtrinken“) beliebt - dabei trinken sie mindestens fünf alkoholische Getränke hintereinander. Laut Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tranken sich im Jahr 2011 knapp 42 Prozent der Jugendlichen in dieser Gruppe mindestens einmal in den vergangenen 30 Tagen in einen solchen Rausch.

dpa

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