Meinung

Brüssel geht auf Biontech los: EU-Chefin lernt’s einfach nicht

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Die wieder leicht anziehenden Virus-Inzidenzen erinnern daran, dass die Suche nach der richtigen Balance zwischen Lockdown und Lockerung weiter einem Tanz mit dem Tiger gleicht. Die zunehmende Ermüdung der Bevölkerung, die zurückliegende Kältewelle und die Mutationen, all das half Corona. Wir müssen also auf der Hut bleiben, aber es gibt auch Grund zum Optimismus – die ermutigenden Nachrichten von Biontech zeigen, dass es einen Weg zurück in die Normalität gibt.

Das Vakzin ist hoch wirksam, und Geimpfte geben das Virus offenbar nicht weiter. Israel fährt das Leben in schnellem Tempo schon wieder hoch.


Umso ärgerlicher, dass das Versagen der EU und der Bundesregierung bei der Impfstoffbeschaffung uns Europäer noch länger als nötig im Lockdown gefangen halten wird. Der Gipfel aber ist es, wenn die von Ursula von der Leyen geleitete Kommission jetzt so tut, als seien die angeblichen Wucherpreise von Biontech schuld daran, dass noch viele alte Menschen sterben müssen.

Der Biontech-Chef hat die Durchstechereien empört zurückgewiesen. Das Schwarze-Peter-Spiel geht also weiter: Die SPD zeigt auf die Union, Berlin zeigt auf Brüssel, Brüssel zeigt auf Biontech. Das Einzige, was in der tiefsten Krise seit dem Krieg funktioniert, ist der Verschiebebahnhof für die Verantwortung.


Wieder beweist die EU-Chefin, dass sie in Europas wichtigstem Amt eine Fehlbesetzung ist. Statt zuzugeben, dass ihre Behörde sich verzockte, dass sie wegen ihrer bürokratischen Struktur vielleicht gar nicht in der Lage war, in einer historischen Notlage adäquat zu handeln, lässt sie just dem Unternehmer, dessen Forschergeist die Welt von einer Geißel befreit, eine Mitschuld an dem schleppenden Impffortschritt zuweisen.

Ja, es gibt dank Biontech neue Hoffnung. Vergebens hingegen scheint jede Hoffnung auf die Lernfähigkeit der Verantwortlichen in Brüssel.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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