Kompromiss von Weko und Innenstadt

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Rosenheim - Weko darf die Fläche, auf denen Dinge präsentiert werden, die nichts mit Möbeln zu tun haben, um 500 Quadratmeter erweitern.

Weko hatte die Ausweitung der Fläche für die sogenannten Randsortimente um 800 Quadratmeter beantragt. Auf den Verkauf von Lederwaren wird verzichtet.

Noch vor der Sitzung des Bauausschusses, in der darüber entschieden wurde, hatte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen und Vertreter des Einzelhandels zu einer Sitzung gebeten, um einen Kompromiss zu finden. Ihr war es wichtig, die Interessen der Innenstadt und des Möbelhauses unter einen Hut zu bringen.

Bauer zeigte in der Sitzung Verständnis für Weko. Das Einkaufsverhalten habe sich wesentlich verändert: "Der Kunde will Erlebniswelten." Schon vor zwei Jahren habe Weko den Antrag auf Ausweitung der Flächen für die Randsortimente gestellt. Danach habe die Stadt entschieden, die Auswirkungen seien genau zu definieren. Das in Auftrag gegebene Cima-Gutachten habe erbracht: "Eine Ausweitung ist nicht wesentlich innenstadtschädlich." Weko sei ganz sicher aus dem Rosenheimer Einzelhandelsgeschehen nicht mehr wegzudenken.

Für die CSU-Fraktion forderte Fraktionsvorsitzender Herbert Borrmann dazu auf, Rosenheim insgesamt als Einkaufsstadt zu sehen: "Je stärker wir auftreten, umso besser".

Kritisch nahm seine Fraktionskollegin Margarete Fischbacher die Innenstadt unter die Lupe. Man müsse doch auch sehen, dass "nur noch an Ladenketten" vermietet werde und sich daneben "Coffee to go" ausbreite. Grünen-Vorsitzender Franz Lukas kritisierte hingegen Weko und sprach von Scheibchen-Taktik.

Gegen drei Stimmen wurde die Ausweitung der Randsortimentsfläche genehmigt.

Im Namen der Familie Weber, die Weko betreibt, appeliert nun Bernd Weber an die Händler in Rosenheim, in Zukunft besser zusammenzuarbeiten. Es sei unstrittig, dass die Umsätze in der Innenstadt zurückgehen. Doch dies liege gewiss nicht am Einrichtungshaus Weko, das im Gegenteil zusätzliche Kunden anziehe. "Im Internet gibt es keine Randsortimente", hebt Weber hervor. Die Konkurrenz im Umland habe extrem zugenommen, das reiche bis zum Europapark in Salzburg: "Wir sollten uns nicht gegenseitig das Leben schwer machen, sondern uns als eine Einheit begreifen". Das schließe auch den vom Handel der Innenstadt oft angegriffenen Aicherpark mi ein. Auf den Kompromiss habe man sich eingelassen, obwohl das Cima-Gutachten den Verkauf von Lederwaren bei Weko als nicht innenstadtschädlich angesehen hätte.

Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands, Gerhard Buluschek, steht zu dem Kompromiss, bedauert aber, dass sich der innerstädtische Handel nicht insgesamt habe durchsetzen können.

 Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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