"Keine Reifenspuren, nichts"

Mysteriöser Kornkreis: Bauer steht vor Rätsel

+

Raisting - Der Kornkreis in Raisting, der vor einer Woche entdeckt wurde, lockt Tausende an. Viele haben ihre eigene Erklärung, wie das Werk entstanden sein könnte. Andere schütteln darüber den Kopf.

Es ist immer wieder dieselbe Frage, die Monika Huttner dieser Tage beantworten muss, wenn sie auf den Acker ihres Sohnes tritt: „Was glauben Sie denn, wie das entstanden ist?“, wird sie dann gefragt. Von Journalisten, Nachbarn – und einigen der rund 100 Besucher, die nun tagtäglich nach Raisting strömen.

Gerade steht sie wieder inmitten einer Menschentraube. Natürlich fällt die Frage. Sie zuckt mit den Schultern, schaut auf das Feld, ihre Blicke streifen die stehenden Weizenhalme und bleiben am Boden, an dem niedergedrückten Getreide hängen. „Ich weiß es nicht“, sagt die Raistingerin. Genauso wie ihr Sohn Christoph und ihr Mann Alfons betont sie aber: Die Familie Huttner hat den Kornkreis nicht selbst durch den Acker gezogen.

Ihnen hat am Montag vergangener Woche vielmehr selbst erst ein befreundeter Landwirt von dem Gebilde erzählt. „Da sind komische Kreise in eurem Weizen, hat er gesagt“, erinnert sich Huttner. Wann die entstanden sind, kann sie in etwa eingrenzen: wahrscheinlich vor rund zwölf Tagen. Denn am Donnerstag noch wurde nebenan gedroschen – und am nächsten Tag entstand das erste Foto des Kornkreises, der sich in unmittelbarer Nähe jener Antennen der einstigen Erdfunkstelle befindet, von der aus 1969 die erste Mondlandung live auf die Fernseher in Europa übertragen worden war.

Geheimnisvoller Kornkreis lockt tausende Pilger

Das Foto des Kreises, der etwa einen Durchmesser von 75 Metern hat, hatte der Ballonfahrer Günther Härter von den „Landstettener Ballonfahrten“geschossen. Es verbreitete sich schnell in diversen Foren – und lockt Esoterik-Anhänger ebenso wie Neugierige aufs Feld. Viele streifen einfach durch das aus drei Ringen bestehende Ornament, bewundern die exakte Formgebung. Einige gehen barfuß, andere haben es sich auf Decken gemütlich gemacht. Das Weizenfeld ist zum Ausflugsort mutiert. Und dem Landwirt macht’s nichts aus. Denn die Besucher richten in seinen Augen keinen weiteren Schaden an. „Die Leute sind sehr anständig“, betont Christoph Huttner. Niemand gehe außerhalb der Pfade. Und sogar eine Sammelbüchse haben Besucher aufgestellt, um den Flurschaden, der entstanden ist, zu ersetzen. 1500 Euro sind es in etwa, schätzt die Familie. Wie die Kreise entstanden sind, kann sich Christoph Huttner nicht erklären. „Das ist sehr schwierig und wirklich gut gemacht“, sagt er und vermutet, dass es Studenten waren. „Ich weiß nicht, wie die das angestellt haben. Man sieht nichts, keine Reifenspuren, überhaupt nichts.“ Ihm gefällt das Werk. In rund zehn Tagen wäre eigentlich Ernte – Huttner überlegt, den Kornkreis länger stehen zu lassen. Das könnte sich auch seine Mutter Monika gut vorstellen. Sie kommt derzeit täglich vorbei, streift durch den Weizen, unterhält sich mit den Besuchern. Es gibt viel zu reden.

Katrin Martin/dpa

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser