PROZESS UM BRUTALEN MORD IN HAAR VOR MÜNCHNER LANDGERICHT

Mit Kreissäge beim Sex getötet: Was wissen Vater und Mitbewohnerinnen?

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München - Im Prozess um einen grausamen Mord mit einer Kreissäge in einer Haarer Studenten-WG sind am Donnerstag vor dem Landgericht München die Mitbewohnerinnen sowie der Vater der Angeklagten als Zeugen geladen.

Die beiden Frauen hatten zur Tatzeit im Haus gelebt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird außerdem die Aussage des Vaters der Angeklagten erwartet. 

"Ich hab' das nicht ganz für voll genommen"

Vater und Mitbewohnerinnen waren schon in der vergangenen Woche als Zeugen geladen. Weil sich die Vernehmung der geständigen Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit aber hinzog, konnte das Gericht den ursprünglichen Zeitplan nicht einhalten.

Besonders pikant war die Aussage zweier Bekannten am letzten Donnerstag. Sie haben offenbar schon vor Jahren von dem Mord erfahren. „Ich hab' das nicht ganz für voll genommen“, so einer der Bekannten.  An einem feuchtfröhlichen Abend vor einigen Jahren soll der Verlobte erzählt haben, seine Lebensgefährtin habe ihren Ex-Freund umgebracht und er habe geholfen, die Leiche im Garten zu vergraben.

Ermittler Anfang Februar 2016 in dem WG-Garten in Haar

"Komisch fand ich's schon, aber..."

Später habe der Zeuge noch einmal mit der Angeklagten selbst über die Tat gesprochen. „Sie hat auch die Geschichte mit der Notwehr erzählt“, sagte er. Ihr Ex-Freund habe sie angegriffen und sie habe „aus Angst nach irgendeinem Gegenstand gegriffen und sich gewehrt“. Konkreter nachgefragt habe er nicht. Auf die Idee, die Polizei zu informieren, sei er auch nicht gekommen. „Komisch fand ich's schon, es ist dann aber irgendwann in Vergessenheit geraten.“

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Ein ehemaliger Mitbewohner berichtete davon, dass das Paar ihm bei seinem Einzug in die Studenten-WG gesagt habe, „dass auf dem Haus ein dunkles Geheimnis liegt“ und sie gespannt seien, ob der Mitbewohner „diesbezüglich etwas merken“ würde. Später habe der Verlobte ihm gesagt: „Wir sind Mörder. Der Satz hat sich richtig bei mir eingebrannt.“ Auch die Stelle, wo die Leiche im Garten vergraben war, hätten sie ihm gezeigt. Er habe gedacht, sie hätten ihn prüfen oder rausekeln wollen. „Aber ich war mit mir selbst beschäftigt und wollte es so genau auch gar nicht wissen.“ Auch „aus Angst vor Rache“ habe er nicht zur Polizei gehen wollen. Erst eine Bekannte von ihm, der er von den Gesprächen erzählte, alarmierte schließlich die Polizei und brachte die Ermittlungen ins Rollen.

Beim Sexspiel Partner mit Kreissäge getötet

Die 32 Jahre alte Pädagogik-Studentin ist angeklagt, weil sie ihrem Ex-Freund im Jahr 2008 beim Sexspiel mit einer Handkreissäge den Kopf abgeschnitten haben soll. Sie hat die Tat unter Ausschluss der Öffentlichkeit eingeräumt. Ihr Verlobter wurde bereits verurteilt, weil er geholfen hat, die Leiche Monate nach der Tat im Garten zu vergraben. Erst 2016 kam die Tat ans Licht.

mh mit Material der dpa

Quelle: rosenheim24.de

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