SPD über Naidoo beim Sommerfestival 

"Eine rufschädigende, fatale Fehlentscheidung" 

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Wollen Xavier Naidoo nicht in Rosenheim als Stargast haben: SPD-Vorsitzende Elisabeth Jordan und SPD-Fraktionschef Robert Metzger. 
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Rosenheim - Eigentlich war das Thema Xavier Naidoo auf dem Sommerfestival schon durch. Der Stadtrat hatte im Februar darüber hitzig debattiert. Doch dann veröffentlichten die Söhne Mannheim den Song "Marionetten". 

Es folgte ein breites Entsetzen in Medien und Öffentlichkeit. Nun drängt die Rosenheimer SPD und das "Bündnis - Kein Hass auf Rosenheims Bühnen" erneut auf eine Ausladung der Band und damit eine Absage des Konzerts

Daran ändert auch die Erklärung Naidoos, die er am Montag auf Facebook veröffentlichte, nichts.

SPD: Das ist kein Ausrutscher mehr

"Der Text ruft offen zur Gewalt auf, diffamiert Politiker im Stil der Rechtsextremen als 'Volksverräter', greift die Wertordnung unseres Grundgesetzes an und bedient, wie bei Naidoo auch schon in der Vergangenheit, antisemitische Klischees", so SPD-Fraktionschef Robert Metzger. 

In einer Pressemitteilung weisen die Sozialdemokraten darauf hin, dass CDU, SPD und Grünen nun den Band-Auftritt beim NDR-Festival in Hannover in Frage stellen. Auch der Hauptsponsor des Coburger Musikfestivals, die Versicherungsgesellschaft HUK, habe sich vom Lied "Marionetten" distanziert. 

"Es war eine geradezu rufschädigende, fatale Fehlentscheidung, die sich die Stadt Rosenheim mit der Verpflichtung dieses Künstlers geleistet hat", so Metzger. 

Weiter fordert die SPD: "Die Verantwortlichen sollten nach diesem erneuten Skandal, den man nicht mehr als Ausrutscher abtun kann, die Möglichkeit der Vertragsauflösung prüfen."

Offener Brief an die OB 

Ebenfalls am Donnerstag veröffentlichte das "Bündnis - Kein Hass auf Rosenheims Bühnen" einen Offenen Brief an Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und den Stadtrat. 

Das Bündnis schreibt, dass neben "Marionetten" auch der ein weiterer Song auf dem neuen Album neurechte Weltansichten verbreite: "Der deutsche Michel". Mit Textzeilen wie "Du glaubst doch nicht wirklich, dass unsere Nachrichten nicht nachgerichtet sind?" werde eine Zensur suggeriert, die zum "Lügenpresse"-Vorwurf passe.

Dass in dem Song "Marionetten" offen mit Gewalt gedroht wird ("Und wenn ich nur einen in die Finger bekomm', dann zerreiss' ich ihn in Fetzen") sei schwerlich als "Aufruf zum Dialog" zu interpretieren, wie es Sänger Rolf Stahlhofen getan hat, meint das Bündnis. 

"Passend zum Inhalt des neuen Albums bekamen die Söhne Mannheims dafür auch augenblicklich Applaus von Rechtspopulisten und Reichsbürgern", stellt das Bündnis fest. Die "demokratiefeindliche Weltanschauung" der Söhne Mannheims habe sich bestätigt. 

Den ganzen Offenen Brief können Sie hier lesen

Quelle: rosenheim24.de

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