Sommerwetter: Gefahr durch Lawinen!

Landkreis - Die Lawinengefahr ist in diesen Tagen besonders hoch. Das Wetter begünstigt den Abgang von Schneemassen, wie zwei aktuelle Unglücksfälle aus der Region zeigen:

Die Temperaturen erreichten in den vergangenen Tagen sommerliche Werte. Dadurch steigt die Lawinengefahr erheblich an, wie der Lawinenwarndienst Bayern mitteilt.

Aktuelle Fälle führen eindringlich die Gefahr vor Augen. Erst am Dienstag wurde die Suche nach einem deutschen Lawinenopfer in Osttirol abgebrochen. Der Mann war dort von Scheemassen verschüttet worden. Die weiterhin bestehende Lawinengefahr war zu groß, um den Einsatz der Retter noch verantworten zu können.

Am Samstag hatten vier Personen am Hocheisgipfel viel Glück, dass sie einer Lawine entkommen konnten. Wie durch ein Wunder wurde nur eine Person verletzt, doch sie alle schwebten in Lebensgefahr. Das hohe Risiko von Lawinenabgängen ist im Alpenraum auch in den kommenden Tagen noch akut.

Wetter begünstigt Lawinen

In der Nacht hat es im Bayerischen Alpenraum zum Teil bis in die Hochlagen hinein geregnet. Aufgrund fehlender Abstrahlung ist die Schneeoberfläche daher meist nass und nicht gefroren. Das Schneedeckenfundament ist in höheren Lagen trotz zunehmender Feuchtigkeit zwar etwas kompakter geworden, jedoch haben die Gleitbewegungen der Schneedecke im Steilgelände zugenommen.

Am Dienstag wurden zahlreiche Lawinenabgänge vor allem im schattseitigen Steilgelände gemeldet. Sonnseitig ist die Schneedecke vielfach bereits bis in mittlere Lagen geschmolzen. In den Hochlagen sind auf den Schattenseiten vereinzelt kammnahe noch störanfällige Triebschneeablagerungen anzutreffen.

Beurteilung der Lawinengefahr

Es besteht eine erhebliche Lawinengefahr. Mit der tageszeitlichen Erwärmung und insbesondere bei Regen kann es bereits am Vormittag in allen Hangrichtungen zur Selbstauslösung von Nassschneelawinen kommen. Die Lawinen lösen sich in höheren Lagen zum Teil oberflächlich, können auf glattem Untergrund aber auch am Boden abgehen und dabei mitunter große Ausmaße annehmen.

Die Lawinen können örtlich auch bereits abgetautes Gelände in den tieferen Lagen erreichen. Daneben gibt es in den Hochlagen oberhalb von 2400 Metern in kammnahen, nordgerichteten Steilhängen und in schattseitigen Rinnen Triebschneeablagerungen, die bei großer Zusatzbelastung zur Auslösung von Schneebrettlawinen führen können. Die Absturzgefahr ist dabei höher zu bewerten als das Verschüttungsrisiko.

Gefahr mindestens bis zum Wochenende

Bis Freitag ist weiterhin mildes Wetter mit zeitweise Regen angekündigt. Die Gefahr der Selbstauslösung von Lawinen wird daher zumindest bis zum Wochenende bestehen bleiben. Unternehmungen im Gebirge, zu denen neben Ski- und Schneeschuhtouren auch Wanderungen und Hüttenanstiege gehören, sollten derzeit früh begonnen und rechtzeitig beendet werden.

Lagebericht Lawinenwarndienst Bayern/rm

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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